Einstiegsqualifizierung für Flüchtlinge

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Drei junge Männer aus Somalia absolvieren zurzeit im Mercedes-Autohaus Herbrand in Kevelaer eine Einstiegsqualifizierung. Im August wollen sie dort eine Berufsausbildung beginnen.

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Drei junge Flüchtlinge absolvieren derzeit bei Herbrand eine Einstiegsqualifizierung.
Drei junge Flüchtlinge absolvieren derzeit bei Herbrand eine Einstiegsqualifizierung.
(Foto: Herbrand)

Eine Einstiegsqualifizierung soll junge Menschen fit für eine Berufsausbildung machen. Gerade für Flüchtlinge, die nur selten über einen in Deutschland anerkannten Schulabschluss verfügen, stellt diese Art des Praktikums eine gute Gelegenheit dar, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Im Mercedes-Autohaus Herbrand in Kevelaer gehen zurzeit drei junge Männer aus Somalia diesen Weg.

Seit Ende letzten Jahres arbeiten Farax Abdiraxman, Abdiladif Ahmed Osman und Burhan Khalid Ilmi in der Verwaltung beziehungsweise in der Werkstatt des Kfz-Betriebes. „Damit die Flüchtlinge sich in unserer Gesellschaft und Kultur integrieren können, müssen wir sie am Alltag teilnehmen lassen. Dazu gehört auch die Möglichkeit zu einer qualifizierten Ausbildung“, erklärt der kaufmännische Leiter Daniel Hennig das Engagement von Herbrand.

Eine ehrenamtlich aktive Kevelaerin war mit dem Anliegen, den jungen Männern eine Einstiegqualifizierung zu ermöglichen, auf das Autohaus zugegangen. Dessen Geschäftsleitung sei dieser sozialen Verpflichtung gerne nachgekommen, sagt Geschäftsführer Richard Lacek-Herbrand. Allerdings seien zunächst einige verwaltungstechnische und rechtliche Fragen zu klären gewesen. Und die erwiesen sich als umfangreich: Knapp zwei Monate dauerte es, bis die Somalier im Autohaus anfangen konnten.

Win-win-Situation

Doch der Aufwand habe sich bezahlt gemacht, sind sich die Herbrand-Vertreter einig: „Die jungen Männer sind ausgesprochen engagiert. Was ihnen an Vorbildung und Sprachkenntnissen fehlt, machen sie durch ihren großen Einsatz wett“, so Stefan Schmeink, EDV-Leiter der Herbrand GmbH. Auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen funktioniere sehr gut. „Egal ob im Service im Verwaltungsbereich oder der EDV, unsere Mitarbeiter beziehen die drei ganz selbstverständlich und vollständig mit ein“, erläutert Hennig. Das Aufgabengebiet der Einstiegsqualifizierer entspricht dabei dem, das auch die Herbrand-Auszubildenden im ersten Lehrjahr zu absolvieren haben.

Vor dem Hintergrund der rückläufigen Bewerberzahlen profitiert aber auch das Unternehmen von den Absolventen der Einstiegsqualifizierung: „Besonders im gewerblichen Bereich gestaltet es sich seit geraumer Zeit schwierig, qualifizierte junge Menschen für eine Ausbildung zu finden“, sagt Serviceleiter Michael Haglage. Der Betrieb sehe Zuwanderung deshalb als Chance, dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Herbrand will sein Einstiegsqualifizierungsprojekt mit jungen Flüchtlingen fortsetzen. Nach der erfolgreichen Premiere in Kevelaer sollen motivierte und engagierte jungen Flüchtlinge an weiteren Standorten die Möglichkeit einer Einstiegsqualifizierung erhalten. Außerdem wünscht sich Hennig, dass auch andere Unternehmen entsprechende Arbeitsplätze anbieten.

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