Elektro-Offensive bei VW: Jede dritte Stelle in Hannover und Emden fällt weg

Volkswagen streicht 7.000 Arbeitsplätze

| Autor: dpa

Vom Stellenabbau ist auch das Volkswagen-Werk in Emden betroffen, das bislang vor allem für den Bau des Passat bekannt war.
Vom Stellenabbau ist auch das Volkswagen-Werk in Emden betroffen, das bislang vor allem für den Bau des Passat bekannt war. (Bild: Volkswagen)

Der künftig starke Fokus auf die Elektromobilität macht bei Volkswagen in den kommenden Jahren tausende Stellen überflüssig. Der Autobauer werde an den beiden Standorten Hannover und Emden Jahren rund 7.000 Arbeitsplätze abbauen – rund ein Drittel der insgesamt 22.000 Stellen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Freitag unter Berufung auf interne Planungen des Konzerns.

Bis zu 4.000 Stellen in Hannover und bis zu 3.000 in Emden sollen gestrichen werden. Dies sei aber nur auf freiwilliger Basis möglich. In Hannover blieben dann gut 10.000 Beschäftigte, in Emden etwa 6.000. Hintergrund ist, dass die Produktion von Elektroautos als weniger aufwendig gilt. Um die Umstellung an den beiden Standorten abzufedern, wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 vereinbart.

Der Arbeitsplatzabbau solle, wie im Vertrag zur Beschäftigungssicherung im November vereinbart, sozialverträglich über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen. Befristet Beschäftigten will Volkswagen demnach Verträge bei Porsche und im VW-Werk in Kassel anbieten. Gleichzeitig könnten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Zukunftsjobs rund um den Megatrend Digitalisierung in den Werken entstehen. Der Konzern lehnte einen Kommentar ab.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte in der Vergangenheit mehrfach davor gewarnt, dass die Elektrifizierung viele Stellen kosten könne und der Konzern für betroffene Mitarbeiter Perspektiven aufzeigen müsse. Zum FAZ-Bericht hat sich Osterloh bislang aber ebenso wenig wie Volkswagen selbst geäußert.

Unlängst hatte VW-Konzernchef Herbert Diess angekündigt, es werde an den beiden Standorten keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der bisher in Emden gefertigte Passat wird künftig nach Tschechien zu Skoda verlagert. In Emden selbst will VW von 2022 an elektrische Kleinwagen und Limousinen mehrerer Konzernmarken produzieren. Vom selben Jahr an soll in Hannover der vollektrische Bulli I.D. Buzz vom Band laufen, aber auch der klassische Bulli soll dort weiter vom Band laufen. Zusätzlich soll dort laut Konzernbetriebsrat ein großes Elektrofahrzeug vom Band rollen.

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