Starterbatterien Elektroautos: Das Blei bleibt

Autor: Jan Rosenow

Auch E-Fahrzeuge brauchen eine separate 12-Volt-Batterie. Das österreichische Unternehmen Banner glaubt fest daran, dass diese weiterhin aus Blei bestehen wird.

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Zuversichtlich: Franz Märzinger (links), Leiter Vertrieb und Marketing, und Andreas Bawart, kaufmännischer Geschäftsführer von Banner Batterien.
Zuversichtlich: Franz Märzinger (links), Leiter Vertrieb und Marketing, und Andreas Bawart, kaufmännischer Geschäftsführer von Banner Batterien.
(Bild: Eder)

Mit dem absehbaren Auslaufen des Verbrennungsmotors müssen sich auch die Hersteller von Starterbatterien wie das österreichische Unternehmen Banner neu aufstellen. Denn Elektroautos brauchen keine Starterbatterie, oder? Das ist nur die halbe Wahrheit. Zwar benötigt der E-Motor natürlich keinen Anlasser, aber trotzdem besitzen Elektrofahrzeuge zusätzlich zum Traktionsakku eine 12-Volt-Batterie. Sie dient dazu, Verbraucher zu versorgen, die schon arbeiten müssen, bevor das Hochvoltsystem unter Spannung steht – beispielsweise die Komfortelektronik, die Zentralverriegelung, aber auch die Sicherheitskomponenten des Hochvoltsystems.

Der 12-Volt-Akku bleibt also weiterhin technisch notwendig. Allerdings wird er wahrscheinlich zukünftig etwas kleiner ausgeführt, da er ja nicht mehr den Verbrennungsmotor starten muss. Gute Nachrichten für Banner und Co. – wenn es nicht eine weitere Bedrohung für ihr Geschäftsmodell geben würde. Die traditionellen Hersteller von Starterbatterien setzen allesamt auf die herkömmliche Blei-Säure-Technik. Dabei ließe sich eine 12-Volt-Batterie natürlich ebenfalls in Lithium-Ionen-Bauweise herstellen, was zu einer deutlichen Gewichtsreduzierung führen würde. Im Motorradbereich sind Lithium-Ionen-Batterien als Stromversorger bereits etabliert. Sie wiegen nur rund ein Kilogramm statt fünf.

Banner ist trotzdem überzeugt, dass das Blei auch in der Ära der Elektromobilität noch ein langes Leben haben wird. „Die Blei-Säure-Batterie ist günstiger und wird in Zukunft ja sowieso kleiner. Des Weiteren ist sie zu 100 Prozent recyclingfähig“, teilte eine Sprecherin des Unternehmens dem »kfz-betrieb« mit. „Aber was in 10 bis 15 Jahren sein wird, können wir auch nicht sagen.“

Batterie-Ersatzmarkt wächst weiter

Deshalb hat Banner mit seiner „Agenda 2030“ eine Neuaufstellung für die Zukunft gestartet. Das Unternehmen geht davon aus, dass in den nächsten Jahren das Erstausrüstungsgeschäft rückläufig sein wird, das Aftermarket-Geschäft jedoch sehr stark wachsen wird. Daraus haben die Österreicher drei wesentliche Strategien abgeleitet:

  • Zum Ersten will man sich stark auf hochwertige Batterietypen konzentrieren, also AGM- und EFB-Typen für Pkw sowie auf Lkw-Batterien.
  • Zum Zweiten soll der Fokus stärker auf dem Ersatzgeschäft liegen, da dort deutliches Wachstum erkennbar ist.
  • Zum Dritten will Banner Märkte außerhalb von Europa verstärkt angehen.

„Die Zurückdrängung des Verbrennungsmotors ist ein Aspekt, mit dem sich die Banner-Gruppe aktuell auseinandersetzen muss“, sagt Franz Märzinger, Leiter Vertrieb und Marketing bei Banner. „Verbrennungsmotoren, die neu auf den Markt kommen, stellen aber nach wie vor einen sehr beträchtlichen Anteil am Gesamtmarkt dar. Gekoppelt mit einer durchschnittlichen Fahrzeugnutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren ist auch der Nachrüstmarkt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren weiterhin beträchtlich.“ Der kaufmännische Geschäftsführer Andreas Bawart ergänzt: „Daher setzen wir konsequent auf diese Entwicklung und arbeiten bereits intensiv an der nächsten Generation der traditionellen Starterbatterien. Wir investieren jährlich rund zehn Millionen Euro in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.“

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group