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Elektromobile stemmen sich gegen das Neuwagenminus

| Autor: Andreas Grimm

Elektrofahrzeuge und Hybride verlassen auf dem deutschen Neuwagenmarkt ihr Nischendasein. Zusammen kommen sie inzwischen auf sieben Prozent Marktanteil. Die Entwicklung kann aber die allgemeine Schwäche der Nachfrage nicht komplett überdecken.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat sich im April zum dritten Mal in diesem Jahr rückläufig entwickelt. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Freitag mitteilte, registrierten die Zulassungsstellen im vierten Monat des Jahres bundesweit 310.715 Pkw-Neuzulassungen. Das waren 1,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Durch den wiederholten Zulassungsrückgang – nur im Februar war ein Anstieg um 2,7 Prozent zu verzeichnen – ist der Gesamtmarkt den Angaben zufolge nun leicht rückläufig. In den bisherigen vier Monaten summieren sich die Pkw-Erstzulassungen auf 1,19 Millionen Einheiten. Das sind 0,2 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Etwas stabiler als der Gesamtmarkt zeigte sich das Privatkundengeschäft. In diesem Segment sanken die Neuzulassungen unterdurchschnittlich um 0,6 Prozent im Vergleich zu April 2018. Mit einem Anteil von 38,6 Prozent an den Erstzulassungen bleibt der Verkauf an privat nach Angaben des Importeursverbands VDIK noch deutlich über seinem langjährigen Durchschnittsniveau.

Erhöhter Auftragseingang im April

Trotz des bisherigen leichten Rückgangs zeigt sich der Neuwagenmarkt perspektivisch in einer stabilen Verfassung. Der Auftragseingang aus dem Inland lag nach Angaben des Herstellerverbands VDA im April deutlich über dem Vorjahresniveau: Inländische Kunden bestellten 12 Prozent mehr Pkw als im Monat des Vorjahres. Seit Januar gingen bei den im VDA organisierten Fabrikaten 8 Prozent mehr Aufträge inländischer Kunden ein. Aus Sicht des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) ist weiterhin für 2019 mit einer stabilen Entwicklung der Neuzulassungen auf dem Niveau des Vorjahres zu rechnen.

Hinter dem allgemeinen Absatzrückgang verbirgt sich eine deutliche Aufwärtsentwicklung der Alternativen Antriebe: Fast 4.800 rein batteriebetriebene Pkw im April bedeuten einen Zuwachs von 50,4 Prozent gegenüber April 2018, rund 16.800 Hybridfahrzeuge sind sogar 54,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dementsprechend fallen die Verkäufe der Verbrenner. Die Zahl der Benziner-Erstzulassungen sank um 5,1 Prozent auf 183.500 Einheiten, die Diesel-Verkäufe gingen um 0,9 Prozent auf 104.000 Einheiten zurück.

Inzwischen halten alternative Antriebe einen nennenswerten Anteil am Neuwagenaufkommen:

  • Hybride: 5,4 Prozent (16.814 Einheiten)
  • Batteriefahrzeuge: 1,5 Prozent (4.768 Einheiten)
  • Flüssiggasfahrzeuge: 0,3 Prozent (790 Einheiten)
  • Erdgasfahrzeuge: 0,2 Prozent (739 Einheiten)

In der Zulassungsentwicklung verbuchen konsequenterweise zwei Marken aus dem Elektrosegment die höchsten prozentualen Zuwachsraten: Tesla legte im Vergleich zu April 2018 um 442,5 Prozent auf 575 Erstzulassungen zu. Lexus verbuchte ein Plus von 52,1 Prozent auf 333 Einheiten. Deutlich im Plus waren zudem Mitsubishi (+37,7 %), Fiat (+26,0 %) und Smart (+25 %). Dagegen lief es bei Audi (-12,8 %) und VW (-11,2 %) wenig erfreulich. Die stärksten Rückgänge verzeichneten jedoch einmal mehr Honda (-28,8 %) sowie Mini (-13,8 %).

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«