Elektromobilität: Auf dem richtigen Weg

Redakteur: Jan Rosenow

Tesla schafft, was die gesamte etablierte Industrie nicht hinbekommt: ein Elektroauto mit alltagstauglicher Reichweite zu entwickeln. Ist der Model S nun das beste Auto der Welt oder ein unfahrbares Batteriemonster?

Eine attraktive Fließhecklimousine, der man weder ihr Antriebskonzept noch ihre Herkunft aus dem Pick-up-Land ansieht: Das ist der Tesla Model S.
Eine attraktive Fließhecklimousine, der man weder ihr Antriebskonzept noch ihre Herkunft aus dem Pick-up-Land ansieht: Das ist der Tesla Model S.
(Foto: Rosenow)

Anfang April an einer Autobahnausfahrt nahe München: Der in unauffälligem Silber lackierte Tesla Model S steht wartend an der Ampel. Im Innenraum ist nichts zu hören außer der leise perlenden Popmusik aus dem Internetradio. Doch plötzlich legt sich ein Bassteppich unter die akustische Gitarre. Ein Soundeffekt? Nein: Im Rückspiegel wird eine mattschwarze Fahrzeugfront mit aggressiven Zügen sichtbar. Langsam schiebt sich ein tief liegendes Luxuscoupé am Tesla vorbei. Auf der C-Säule ist die Zahl 6.3 sichtbar, auf dem Fahrersitz ein junger Typ mit dynamischer Frisur. Ob er schon weiß, dass er gleich mächtig rasiert wird?

Grün: Im Tesla reißt es dem Fahrer den Kopf nach hinten. Wimmernd suchen die Pirelli-Winterreifen nach Grip, ein leichtes Heulen kündet von der Urgewalt, die der Elektromotor mit dem Strom aus über 8.000 Batteriezellen entfesselt. Bestens zu hören ist dagegen der brüllende Achtzylinder des geschlagenen Gegners, der nur mühsam mit dem Tesla mithält. Eins zu null für die Elektromobilität.