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Emissionen der Verbrenner können weiter sinken

| Autor / Redakteur: Timo Schulz / Andreas Grimm

In der Diskussion um die Emissionen von Verbrennungsmotoren werden die Verbesserungspotenziale oft außer Acht gelassen. Was noch möglich ist, zeigte der Berliner Automobildialog des Kfz-Gewerbes.

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Austausch anlässlich des zehnten Berliner Automobildialogs: Staatssekretär Steffen Bilger (Mitte) mit ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz (li.) und Christoph Konrad, Leiter des ZDK-Hauptstadt-Büros.
Austausch anlässlich des zehnten Berliner Automobildialogs: Staatssekretär Steffen Bilger (Mitte) mit ZDK-Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz (li.) und Christoph Konrad, Leiter des ZDK-Hauptstadt-Büros.
(Bild: Pro Motor)

Eine sachliche, ideologiefreie Diskussion über die Zukunft des Verbrennungsmotors prägte den 10. Berliner Automobildialog des Kfz-Gewerbes. Moderiert von Christoph Konrad, dem Leiter des ZDK-Hauptstadtbüros, machten Fachleute der Zuliefer- und Automobilindustrie eines deutlich: Es gibt weiterhin viel technisches Potenzial, um die Verbrenner noch emissionsärmer zu machen.

Dass sich diese Überlegungen lohnen, machte Hannes Christoph Bächle von der Mahle International GmbH deutlich. Ein schnelles Ende des Verbrennungsmotors wird es nach seiner Überzeugung es auf dem Weltmarkt nicht geben. Mit den Technologien seines Unternehmens ließe sich der CO2-Ausstoß von Verbrennungsmotoren um weitere zehn Prozent reduzieren. Parallel werde die Elektromobilität bis zum Jahr 2030 ihren bisherigen Exotenstatus verlieren.

Auf dem zehnten Berliner Automobildialog diskutierten Experten über die Zukunft des Verbrennungsmotors und speziell des Diesels.
Auf dem zehnten Berliner Automobildialog diskutierten Experten über die Zukunft des Verbrennungsmotors und speziell des Diesels.
(Bild: Pro Motor)

Für die Dieseltechnologie warb Andreas Kufferath von der Robert Bosch GmbH. Sein Argument: Mit dem Selbstzünder lassen sich niedrige Emissionen und geringer Verbrauch mit bezahlbarer Technik realisieren. Für weitere Fortschritte insbesondere bei den Stickoxid-Emissionen müssten Motor und Abgasnachbehandlung intelligent miteinander verknüpft werden. Dass dies erfolgreich gelingen kann, wies er mit Messergebnissen auf Basis des seit September 2017 geltenden „Real Driving Emission“-Testzyklus (RDE) nach.

Auch für Christian Schultze, Mazda Motor Europe R&D, ist der Verbrennungsmotor noch lange nicht am Ende. Er stellte einen weiter optimierten Benzinmotor mit magerer Verbrennung und Kompressionszündung vor, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen und weitere Verbrauchsoptimierung mit sich bringen soll.

ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhardt wies auf die positiven Ergebnisse der Messungen des ADAC Württemberg von Euro-5-Dieselfahrzeugen mit Hardware-Nachrüstsystemen zur Stickoxid-Reduzierung hin. Um die Vorteile für die Dieselfahrer und auch die Umwelt nutzbar zu machen, sei eine nationale Nachrüst-Verordnung notwendig.

In seinem Grußwort hatte der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger aus dem Bundesverkehrsministerium das Maßnahmenpaket der Regierung beschrieben, um Fahrverbote zu verhindern und die Luftqualität insbesondere in den Ballungsgebieten weiter zu verbessern. Der Dieselmotor als hervorragendes Produkt deutscher Ingenieurskunst werde auch weiterhin eine wichtige Rolle im Mix der Antriebstechnologien spielen.

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