Umfrage Ende des Verbrenners wäre für jeden Zweiten in Ordnung

Autor: Andreas Grimm

Ob nun Verkaufsverbote für Verbrenner wie in Großbritannien ab 2030 oder verschärfte Abgasvorschriften wie die Euro-7-Norm – die politische Luft für konventionelle Fahrzeuge wird dünner. Glaubt man einer aktuellen Yougov-Umfrage im Auftrag von Mobile.de, findet das jeder zweite Deutsche gar nicht so schlimm.

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Verbrenner- oder Elektrovariante: Was sorgt in Zukunft für unsere Mobilität? Die Deutschen sind nicht mehr völlig auf den Verbrenner fixiert.
Verbrenner- oder Elektrovariante: Was sorgt in Zukunft für unsere Mobilität? Die Deutschen sind nicht mehr völlig auf den Verbrenner fixiert.
(Bild: Renault)

Auto und Verbrennungsmotor gehören für die Deutschen nicht mehr zwingend zusammen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Auto-Verkaufsplattform Mobile.de kann sich die Hälfte der Befragten grundsätzlich ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren vorstellen, die andere Hälfte nicht. Zuletzt hatte die Diskussion um die Euro-7-Norm die Frage aufgeworfen, ob diese Vorgaben das faktische Aus für den klassischen Verbrennungsmotor bedeuten.

Betrachtet man nur die Gruppe der direkt Betroffenen, also die Autofahrer selbst, ergibt sich ein nur leicht anderes Bild. In dieser großen Gruppe ist die Mehrheit dann doch gegen ein Verbrenner-Verbot. Mit 49 Prozent Gegnern und 41 Prozent Befürwortern ist der Unterschied allerdings ebenfalls nicht allzu groß. Allerdings wollen auch die Befürworter nichts überstürzen. Nur jeder vierte Verbotsanhänger plädiert für den Vollzug der Maßnahme bis 2025.

Besonders ausgeprägt ist die Bereitschaft zu einem Schnitt in der Antriebstechnik in der Generation der 18- bis 34-Jährigen: 51 Prozent sind generell für ein Verbot, nur jeder Dritte (32 %) ist dagegen. 37 Prozent der Befürworter in dieser Altersklasse sind dafür, Benziner und Diesel spätestens in fünf Jahren von den Straßen zu verbannen. Am geringsten ausgeprägt ist die Verbotsneigung in der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen.

Die Unterstützung des Verbrennerverbots ist insofern etwas irritierend, weil die Deutschen weiterhin tendenziell die Kraft des Marktes schätzen. 40 Prozent erwarten, dass sich neue Technologien auch ohne staatliche Eingriffe durchsetzen, wenn sie überzeugend und die Verbraucher bereit für sie sind. Ein Drittel befürwortet reglementierende Maßnahmen wie Verbotszonen und Strafzahlungen, um der „Mobilität der Zukunft“ schneller zum Durchbruch zu verhelfen.

E-Fuels als Rettungsanker für Verbrenner?

Besser steht der Verbrenner übrigens da, wenn er mit E-Fuels betrieben werden könnte. Hätten die Befragten bei gleicher Umweltbilanz die Wahl zwischen einem Verbrenner mit E-Fuels und einem E-Auto, würde sich mehr als die Hälfte (56 %) klar für den Verbrenner entscheiden. Nur jeder fünfte Autofahrer würde bei vergleichbaren CO2-Emissionen ein E-Auto vorziehen. Kritiker der E-Fuels weisen immer wieder darauf hin, dass sie in der energetischen Gesamtbilanz einen deutlich geringeren Wirkungsgrad haben als etwa Elektrofahrzeuge.

Yougov befragte für die Umfrage am 24. bis 25. November 1.076 Personen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und gelten als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«