Endrohrmessung sorgt für Sicherheit

Mitgliederversammlung der Kfz-Innung München-Oberbayern

| Autor: Holger Zietz

Hans Medele, Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern.
Hans Medele, Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern. (Foto: Zietz)

Die Kfz-Innung München-Oberbayern macht sich für den Erhalt der Endrohrmessung im Rahmen der Abgasuntersuchung stark. Nicht zuletzt der Abgasskandal von Volkswagen habe das Vertrauen in die reine Prüfung der Software und das Auslesen der Kennfelder an der OBD-Steckdose erschüttert. „Die Technik eines Autos ist nicht immer zuverlässig“, sagte Obermeister Hans Medele im Rahmen der Mitgliederversammlung.

Aus Medeles Sicht führt auch in den kommenden Jahren an der echten Abgasmessung am Auspuff-Endrohr nach den heutigen Messverfahren kein Weg vorbei. Dies gelte auch über das Jahr 2019 hinaus. Gegen den Widerstand von Fahrzeugherstellern und ADAC hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Rahmen der letzten Bundestagung bereits Unterstützung zugesagt.

Die Bilanz des letzten Jahres fällt für die Betriebe im Süden Bayerns durchwachsen aus: Zwar haben die Neuzulassungen deutlich zugelegt – allerdings tragen die taktischen Zulassungen wesentlich dazu bei: Mit rund 30 Prozent ist knapp jedes dritte neu zugelassene Auto mittlerweile eine Eigenzulassung. Aus Medeles Sicht der falsche Weg, denn „die Tageszulassungen drücken auf die Erträge im Neuwagenhandel“. Entsprechend fordert er eine Umkehr des Trends. Viele Eigenzulassungen landen nach kurzer Zeit wieder auf dem Markt. Dies führt dazu, dass sich immer mehr Privatkunden für einen jungen Gebrauchten statt für einen Neuwagen entscheiden.

Scheckübergabe: (v.li.) Karl Burghart (stell. Obermeister) und Hans Medele (Obermeister, beide Kfz-Innung München-Oberbayern), Christian Gscheidmeier (Baywa) und Johannes Kahn (Fuchs Schmierstoffe).
Scheckübergabe: (v.li.) Karl Burghart (stell. Obermeister) und Hans Medele (Obermeister, beide Kfz-Innung München-Oberbayern), Christian Gscheidmeier (Baywa) und Johannes Kahn (Fuchs Schmierstoffe). (Foto: Zietz)

Der Service ist nach wie vor die stabile Ertragssäule, der Umsatz wurde sogar gesteigert. Allerdings geraten die Erträge aus dem Werkstattgeschäft zunehmend unter Druck. Dazu trügen nicht zuletzt die Paketangebote der Hersteller sowie die Werkstattsteuerung der Versicherungen bei, analysierte Medele.

Trotz zunehmenden Drucks riet der Obermeister, die Stundenverrechnungssätze realistisch zu kalkulieren. „Die entstehenden Kosten müssen an die Kunden weitergegeben werden“, stellte er klar. Um den Kunden hohe Qualität bieten zu können, empfiehlt die Kfz-Innung ihren Mitgliedsbetrieben, auch Kfz-Mechatroniker für Karosserieinstandsetzung auszubilden.

Grundsätzlich ist die Kfz-Innung München-Oberbayern gut aufgestellt. Bei einem Mitgliederbestand von 1.960 Betrieben bleibt es weiterhin erklärtes Ziel, die magische Zahl von 2.000 Innungsbetrieben zu knacken. Das ist aber gar nicht so leicht, denn der Organisationsgrad im Bereich der Innung ist bereits sehr hoch. Insgesamt sind in München und Oberbayern 2.008 AU-Betriebe registriert.

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