Energieagentur fordert neue Erdgasstrategie

Redakteur: Dipl.-Ing. Edgar Schmidt

Erdgas und Biomethan bleiben als Kraftstoffe in Deutschland bisher weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Die Deutsche Energie-Agentur mahnt deshalb eine neue Initiative für diesen sauberen Kraftstoff an.

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Der Markterfolg von Erdgasfahrzeugen ist bisher bescheiden und hinkt deutlich dem von der Bundesregierung angestrebten Ziel hinterher. Die Deutschen Energie-Agentur (Dena) fordert nun auf der Basis einer eigenen Studie ein abgestimmtes Vorgehen von Politik, Tankstellenbranche, Gaswirtschaft, Fahrzeugherstellern und Forschung, um den Markterfolg der Erdgasfahrzeuge in Gang zu bringen.

Nur durch gemeinsames und abgestimmtes Handeln mit verbindlichen Aktivitäten ließe sich der Anteil von Erdgas als Kraftstoff am Gesamtkraftstoffverbrauch von derzeit 0,3 Prozent auf die in der Kraftstoffstrategie der Bundesregierung angestrebten vier Prozent bis zum Jahr 2020 steigern, verdeutlicht die Dena. Das entspricht rund 1,4 Millionen Fahrzeugen.

Grundsätzlich haben sich Erdgas und Bioerdgas als Kraftstoff in den letzten Jahren bewährt, so die Dena. Die Fahrzeugtechnik sei inzwischen ausgereift und sparen könnten Autofahrer mit dieser Alternative auch noch. Ende 2009 fuhren auf Deutschlands Straßen lediglich 85.000 der rund 50 Millionen Fahrzeuge mit Erdgas. Damit sind die Ziele der Bundesregierung, die in der Kraftstoffstrategie von 2004 festgehalten wurden, gerade einmal zu einem Drittel erreicht.

„Nur durch den stärkeren Einsatz von Erdgas als Kraftstoff lassen sich die CO2-Emissisonen des Autoverkehrs schnell reduzieren“, betonte Stephan Kohler, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung bei der Vorstellung der Studie „Erdgas und Biomethan im künftigen Kraftstoffmix“.

Bis zu 97 Prozent weniger CO2

Denn Erdgas weist unter den fossilen Kraftstoffen die geringsten CO2-Emissionen auf – mit seinem Einsatz können im Vergleich zu Benzin rund 24 Prozent dieses Klimagases vermieden werden. Auch bei den Schadstoffen wie Ruß und Stickoxiden schneidet es deutlich besser ab als Benzin oder Diesel.

Wenn die Erdgasversorger in Deutschland erzeugtes Biomethan in das bestehende Erdgasnetz einspeisen und an den Tankstellen als Kraftstoff nutzen, lassen sich laut Dena nicht nur die Klimawirkung und die Umwelteigenschaften des Erdgases sondern auch die Rohstoffverfügbarkeit weiter verbessern. „Mit einer 20-prozentigen Beimischung lassen sich die CO2-Emissionen im Vergleich zu Benzin um 39 Prozent senken, beim Einsatz von reinem Biomethan je nach Betrachtungsweise sogar um bis zu 97 Prozent“ erläuterte Kohler. Dabei seien die zur Erzeugung von Biomethan benötigten Ressourcen noch lange nicht ausgeschöpft. Selbst wenn das genannte Vier-Prozent-Ziel erreicht wird, könnten im Jahr 2020 sämtliche Erdgasfahrzeuge theoretisch mit reinem Biomethan fahren.

Die Dena fordert deshalb die Bundesregierung auf, ihre Kraftstoffstrategie wieder aufzunehmen und die darin formulierten Ziele konsequent zu verfolgen. Denn neben dem Umweltaspekt ließe sich mit Erdgas auch die Abhängigkeit vom Rohöl deutlich reduzieren.

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