Autovermietung Enterprise: „Wir verkaufen nicht an Privatkunden“

Autor: Martin Achter

Der Vermieter will sein Geschäft mit Kfz-Betrieben ausbauen. In der Krise empfiehlt sich Enterprise – Stichwort: Ersatzmobilität – als Alternative zu eigenen größeren Fahrzeugflotten, die Kapital binden und dadurch Investitionen erschweren. Zum Umgang mit Mietrückläufern vertritt das Unternehmen eine eigene Position.

Firmen zum Thema

Der Autovermieter Enterprise will in der aktuellen Wirtschaftskrise sein Geschäft mit Autohäusern und Werkstätten ausbauen. Zum Umgang mit Mietrückläufern vertritt das Unternehmen eine andere Position als Wettbewerber, die an Privatkunden verkaufen.
Der Autovermieter Enterprise will in der aktuellen Wirtschaftskrise sein Geschäft mit Autohäusern und Werkstätten ausbauen. Zum Umgang mit Mietrückläufern vertritt das Unternehmen eine andere Position als Wettbewerber, die an Privatkunden verkaufen.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Anders als andere Autovermieter will Enterprise im Geschäft mit Mietrückläufern nicht in Konkurrenz zum klassischen Automobilhandel treten. „Grundsätzlich wird unsere Flotte in Deutschland nach der Nutzung immer an Händler beziehungsweise die Hersteller weiterverkauft, nicht an Privatkunden“, sagte Niels Rathsmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Enterprise Deutschland, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „So halten wir das Preisniveau und dienen dem Handel als Zukaufquelle.“

Das Unternehmen sehe sich als Partner der Branche: „Wir tauschen uns stets mit Herstellern aus, damit das Preisniveau auf dem Gebrauchtwagenmarkt stabil bleibt.“ Enterprise kaufe die Fahrzeuge für seine Flotte zum Großteil auf eigenes Risiko hinsichtlich der Weitervermarktung.

Wo Mietrückläufer an Privatkunden gehen

Andere Autovermieter verkaufen Mietwagen am Ende ihrer Laufzeit – sogenannte Mietrückläufer – auch an Endkunden. Prominentes Beispiel ist Sixt, aber auch Starcar ist seit einiger Zeit mit einem entsprechenden Outlet aktiv (siehe »Gebrauchtwagen Praxis«, Ausgabe März 2021). Das Geschäft ist für Vermieter aufgrund der vergleichsweise hohen Margen attraktiv.

In seinem Kerngeschäft, der Fahrzeugvermietung, will Enterprise in der aktuellen wirtschaftlichen Krise wachsen und sucht dafür stärkeren Kontakt zu Kfz-Betrieben. Autohäusern und Werkstätten wolle man sich intensiver als bisher anbieten, um Fahrzeugflotten, etwa für die Werkstattersatzmobilität, klein zu halten.

Eigene Flotten binden Kapital

„Das Geld ist derzeit auch in den Betrieben des Kfz-Gewerbes knapp“, sagte Rathsmann. „Alles, was Kapital bindet, steht deswegen auf dem Prüfstand. Viele Häuser suchen ernsthaft nach Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren.“

Deswegen sei für Enterprise jetzt „genau der richtige Zeitpunkt“, um die Marktpräsenz auszubauen. In den ersten Monaten des aktuellen Geschäftsjahrs (Beginn August) habe das Unternehmen das Volumen seiner Miettransaktionen im Geschäft mit Kfz-Betrieben um rund 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert. Gleichzeitig sei der Markt aufgrund der Beschränkungen im öffentlichen Leben im Kampf gegen Corona geschrumpft.

Die Marke Enterprise solle in der Branche stärker wahrgenommen werden, sagte Rathsmann. Und das Ersatzwagengeschäft sei Teil der aktuellen Kampagne. „Viele Unternehmen der Kfz-Branche kennen unser Leistungsangebot nicht.“

Wurzeln im Autohandel

Enterprise, 1957 in den USA von einem Autohändler gegründet, hat nach eigenen Angaben rund 6.000 Kunden im deutschen Kfz-Gewerbe. Bei bis zu 70 Prozent dieser Beziehungen handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um aktive Partnerschaften.

(ID:47303958)

Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«