Entscheidung zu Voraussetzungen der 130-Prozent-Reparatur

Vorgaben des Sachverständigengutachtens müssen eingehalten werden

| Autor: autorechtaktuell.de

(Foto: Wenz)

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Bei einer Reparatur im Rahmen der sogenannten 130-Prozent-Grenze ist Vorsicht geboten. Ein Ersatz der Reparaturkosten kann nur unter strengen Voraussetzungen verlangt werden: Zunächst dürfen die kalkulierten Bruttoreparaturkosten – zuzüglich einer eventuellen Wertminderung – den Bruttowiederbeschaffungswert nicht um mehr als 30 Prozent übersteigen. Maßgeblich ist hier die Prognose des Sachverständigen.

Die Reparatur muss sodann sach- und fachgerecht, vollständig und nach den Vorgaben des Gutachtens durchgeführt werden. Nicht ausreichend ist eine sogenannte Teil- oder Billigreparatur. Sodann muss das reparierte Fahrzeug vom Geschädigten noch mindestens sechs Monate weitergenutzt werden.

Häufig wird die Versicherung nach durchgeführter Reparatur eine Nachbesichtigung verlangen, um das Vorliegen der Voraussetzungen einer 130-Prozent-Abrechnung zu überprüfen.

In einem Fall vom 14.12.2017 vor dem Kammergericht (KG) Berlin führte dies dazu, was vom gerichtlich bestellten Sachverständigen auch bestätigt wurde, dass keine Regulierung der über dem Wiederbeschaffungswert liegenden Reparaturkosten erfolgte. Bezüglich der Reparatur verblieb mithin der Klägerin eine Schadenlücke in Höhe von 11.847,65 Euro abzüglich 4.750 Euro, mithin ein Betrag von 7.097,65 Euro.

Die Klägerin hatte vor dem KG Berlin restlichen Schadenersatz aus einem Verkehrsunfall vom 29.01.2011 begehrt. Die Haftung der Beklagten, der Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallgegners, stand dem Grunde nach fest. Strittig war die Höhe des Fahrzeugschadens.

Der Sachverständige ermittelte einen Bruttowiederbeschaffungswert in Höhe von 9.900 Euro. Der Wiederbeschaffungsaufwand – also der Bruttowiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts – lag aber bei lediglich 4.750 Euro.

Die Klägerin ließ ihr Fahrzeug reparieren, wofür Reparaturkosten in Höhe von 11.847,65 Euro berechnet wurden.

Die Klägerin verlangte vor Gericht diese Reparaturkosten, wobei die Vorinstanz (Landgericht Berlin, AZ: 42 O 135/11) den Wiederbeschaffungswert in Höhe von 9.900 Euro zusprach. Das KG Berlin sah dies anders und hielt lediglich den Wiederbeschaffungsaufwand in Höhe von 4.750 Euro für ersetzbar.

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