Entwicklungsfahrt BMW 4er: Schnell getarnt

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Dafür macht Langen bereitwillig auch Kompromisse, die etwa beim 3er nicht toleriert worden wären: Komfort zum Beispiel stehe beim 4er nicht an erster Stelle und es dürfe ruhig auch mal etwas ruppiger zugehen, wenn die Straße entsprechend rau ist, räumt der Entwickler ein.

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Selbst bei den Motoren bewahrt der 4er einen gewissen Eigensinn. Zumindest vorübergehend. Denn unter der Haube des Prototypen schnurrt der erste BMW-Benziner mit 48 Volt-Technik und elektrischem Startergenerator. Nicht dass der 275 kW/374 PS starke Sechszylinder im M340i eine spürbare Anfahrschwäche hätte. Doch im M440i springt ihm jetzt noch ein elektrischer Booster zur Seite und stopft mit weiteren 18 PS auch den letzten Rest eines allenfalls theoretischen Turbolochs. Und beim Spritsparen hilft er durch mehr Rekuperation natürlich auch. Genau deshalb allerdings wird es die Technik schnell auch in anderen Baureihen geben und zumindest in dieser Disziplin holt der Rest der Familie den 4er flott wieder ein.

Apropos Familienplanung: Die ist mit dem Verkaufsstart des Coupés im Herbst noch lange nicht abgeschlossen. Wie bislang wird es den 4er auch als Gran Coupé mit vier Türen und einer dann hoffentlich etwas bequemeren Rückbank geben und auch wieder als Cabrio mit ausreichend Kopffreiheit. Und natürlich scharrt auch die M GmbH ungeduldig mit den Hufen und will eine mehr als 500 PS starke Power-Version von 3er und 4er von der Leine lassen.

BMW hält sich beim Design noch bedeckt

Aber wann welche Variante kommt und was die kann – darüber will sich Langen noch nichts entlocken lassen. Wie überhaupt die Stimmung kippt, wenn das Thema wechselt. Denn so bereitwillig der oberste Fahrdynamiker über das neue Fahrwerk erzählt und über die strammere Abstimmung und so gerne er seine Gäste sogar mal kurz ans Steuer lässt, so schmallippig wird der beredte Ingenieur auch dann, wenn es ums Design des neuen 4ers geht. Mehr als dass der Wagen so sportlich aussieht wie er fährt, will er deshalb nicht verraten.

Zwar sind weder die schnelle Silhouette noch die riesige Niere ein ernsthaftes Geheimnis, seit BMW im September auf der IAA eine entsprechende Studie gezeigt und immer wieder deren Seriennähe betont hat. Und das Innenleben von 3er und 4er wird sich ebenfalls nur im Detail und natürlich bei den Sitzen unterscheiden. Doch so ganz aus seiner Haut kann Langen offenbar nicht, genauso wenig wie sein Prototyp, der komplett beklebt ist und vor dem Kühlergrill noch eine riesige blickdichte Maske trägt. Ein bisschen decken, tarnen und täuschen muss halt doch noch sein.

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