Erleichterungen für Autofahrer bei der HU: die Fakten

Autor: Jan Rosenow

Autofahrer sollen vier Monate lange kein Bußgeld fürchten müssen, wenn sie wegen Kapazitätsengpässen nicht zur Hauptuntersuchung konnten. Das ist aber kein Freibrief.

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„Normalen Betrieb“ meldet Dekra für seine Prüfstellen. Die Durchführung der HU sei sichergestellt.
„Normalen Betrieb“ meldet Dekra für seine Prüfstellen. Die Durchführung der HU sei sichergestellt.
(Bild: Dekra)

Angesichts der Corona-Krise befürchtet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dass die periodische Fahrzeugüberwachung nicht in jedem Fall zum vorgeschriebenen Termin durchgeführt werden kann. Deshalb hat Bundesminister Andreas Scheuer angeregt, mehrere für die Hauptuntersuchung geltende Fristen zu verlängern.

Konkret empfiehlt das BMVI den für die Fahrzeugüberwachung zuständigen Bundesländern, eine Fristüberschreitung bei der Hauptuntersuchung um bis zu vier Monate nicht mit einem Bußgeld zu ahnden. Bislang waren maximal zwei Monate erlaubt. Dies gilt sowohl für Nutzfahrzeuge als auch für private Fahrzeuge. Nach Informationen von »kfz-betrieb« hat bereits die große Mehrheit der Bundesländer diesem Vorschlag zugestimmt.

Erhöhter Prüfaufwand muss weiter bezahlt werden

Von dieser Änderung unbeeinflusst bleibt allerdings der erhöhte Prüfaufwand, den die Prüforganisationen in Rechnung stellen, wenn die HU-Plakette seit mehr als zwei Monaten abgelaufen ist. Entsprechend StVZO Anlage VIIIa, Nr. 2.2 entspricht das einer zusätzlichen Gebühr vom 0,2-fachen der HU-Gebühr.

Ein weiterer Vorschlag des BMVI betrifft die Frist, innerhalb derer ein Fahrzeug nach einer nicht bestandenen HU wieder vorgeführt werden muss. Sie soll von einem auf zwei Monate verlängert werden. Damit will das Ministerium den Autofahrern mehr Zeit für die nötigen Reparaturen geben und mögliche Engpässe bei Werkstattterminen oder Teileverfügbarkeit auffangen.

HU-Termin nicht ohne Not überziehen

Diese Regelungen sind im Übrigen kein Freibrief dafür, den HU-Termin ohne Not zu überziehen. Die Überwachungsorganisationen halten ihre Prüfstellen offen und führen auch in Prüfstützpunkten weiterhin amtliche Prüfungen durch.

Kfz-Betriebe sollten ihre Kunden zudem darauf hinweisen, dass ihre Versicherung sie bei einem Unfall in Regress nehmen kann, falls dieser durch einen Mangel am Fahrzeug verursacht wurde, der bei einer fristgerechten HU aufgefallen wäre.

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Über den Autor

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group