Erneuter Chefwechsel bei Qoros

Autor: Christoph Baeuchle

Bei Qoros Motors findet erneut ein Wechsel an der Spitze statt: Nach weniger als einem Jahr verlässt Phil Murtaugh den chinesischen Autobauer.

Qoros bleibt weit hinter seinen Zielen zurück. Das führt nun zu einem erneuten Chefwechsel nach knapp einem Jahr.
Qoros bleibt weit hinter seinen Zielen zurück. Das führt nun zu einem erneuten Chefwechsel nach knapp einem Jahr.
(Foto: Qoros)

Der Autobauer Qoros Motors kommt nicht zur Ruhe: Ende Januar, nach weniger als einem Jahr verlässt Phil Murtaugh den chinesischen Automobilhersteller aus persönlichen Gründen. Seine Aufgaben übernimmt laut Nachrichtenagentur Reuters Anning Chen, der derzeit den Aufsichtsrat führt.

Murtaugh, der Anfang 2015 das Steuer von seinem chinesischen Vorgänger Guo Qian übernommen hatte, brachte umfangreiche Erfahrungen aus der Automobilindustrie mit. Er war zuvor nicht nur bei General Motors für das China-Geschäft verantwortlich, sondern führte auch das chinesische Elektroauto-Startup Coda Automotive.

Mit dem Abgang von CEO Phil Murtaugh spitzt sich die Krise bei Qoros ein weiteres Mal zu. Der israelische Mischkonzern Israel Corporation und der chinesische Automobilhersteller haben das Joint Venture 2007 gegründet. Sechs Jahre später stellte Qoros das erste Auto mit vollmundigen Ankündigungen auf dem Genfer Salon vor.

Das im chinesischen Changshu aufgebaute Werk ist mit einer Kapazität von 150.000 Einheiten an den Start gegangen. Nach eigenen Angaben kann die Produktion problemlos auf 250.000 bis 300.000 Stück ausgebaut werden.

Dies scheint jedoch in absehbarer Zeit nicht notwendig zu sein. Der Absatz auf dem Heimatmarkt, den das Unternehmen intensiv mit Werbemaßnahmen bearbeitete, blieb gering, die Marktanteile verharrten im Promillebereich. So hat Qoros beispielsweise im September gerade einmal gut 1.400 Fahrzeuge verkauft, während der chinesische Gesamtmarkt bei 1,68 Millionen Einheiten lag. Laut „Handelsblatt“ hat Qoros mit 14.000 verkauften Fahrzeugen das selbstgesteckte Ziel von 35.000 Auslieferungen im vergangenen Jahr deutlich verpasst.

Bereits zuvor hatte der ambitionierte Autobauer seine Ziele zurechtgestutzt. So hat er beispielsweise die über Jahre angekündigte Expansion auf den europäischen Markt auf Eis gelegt – verschoben auf unbestimmte Zeit.

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 Christoph Baeuchle

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Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände