Erste Sitzprobe im Opel Ampera-E

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

Mit einer Reichweite von angeblich 350 Kilometern pro Batterieladung will Opel anderen Elektroautos davonfahren. Der fünfsitzige Ampera-E tritt im Sommer 2017 in der Golf-Klasse an. Die erste Sitzprobe jedenfalls hat schon überzeugt.

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Der Ampera-E kommt Mitte nächsten Jahres in den Handel.
Der Ampera-E kommt Mitte nächsten Jahres in den Handel.
(Bild: Opel)

Noch zieht er einsam seine Kreise, dick vermummt durch graue Aufkleber, vor neugierigen Blicken und Kameralinsen verborgen hinter dichten Kieferwäldern. Im Opel Test Center Dudenhofen bekommt der neue Ampera-E seinen letzten Schliff. Dabei ist der Wagen eigentlich kein großes Geheimnis mehr. Viele Daten des Stromers sind schon bekannt. Ab Sommer nächsten Jahres soll der Fünfsitzer die immer größer werdende Herde der reinen Elektroautos aufmischen. Mit der besten Reichweite aller bisher verfügbaren E-Fahrzeuge, vom großen Tesla abgesehen.

Da das riesige Prüfgelände der Rüsselsheimer bei Frankfurt gerade sein 50-jähriges Jubiläum feiert, lud Opel dort zur ersten Sitzprobe im Ampera-E. Der Fünftürer ist etwas kürzer als der bekannte Astra und deutlich kleiner als der erste Ampera, der noch mit einem kleinen Benziner als Reichweiten-Helfer unterwegs gewesen war. Die erste Generation floppte in Deutschland und kostete auch nach einer Preissenkung von 7.700 Euro immer noch 38.300 Euro. Zu teuer für die Elektro-Pioniere unter deutschen Autokunden.

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Mit dem neuen Ampera und dem Zusatz „E“ soll alles anders werden. Mit 4,17 Metern ist er um 23 Zentimeter kürzer als sein Vorgänger. Da die Batterien flach im Unterboden versteckt sind und der Radstand von 2,60 Metern durchaus beachtlich ist, bleibt ausreichend Platz für Passagiere und Gepäck. Schon das Probesitzen im Fond überrascht. Gute Knie- und Kopffreiheit, vergleichbar mit Autos im Golf-Format. Wer auf den Mittelplatz verbannt wird, sollte allerdings zum schlankeren Teil der Menschheit gehören.

Das Armaturenbrett will Opel erst am 1. Oktober in Paris zeigen. In Dudenhofen war es noch dick mit einem schwarzen Plastiküberzug verhüllt. Die Gestaltung dürfte sich aber am Schwestermodell Chevy Bolt orientieren, der in den USA bereits verkauft wird: Zentraler Tacho mit LCD-Technik, in der Mitte ein großer Touchscreen für Navigation, Audio und diverse Einstellungen. Zwischen den Sitzen der Wählhebel fürs Fortkommen oder Rückwärtsfahren, der die Größe einer Computermaus hat.

Wohltuend auf jeden Fall ist das Raumgefühl auch für die Frontinsassen, die nicht durch eine dicke Mittelkonsole voneinander getrennt sind. Schließlich kann ein E-Mobil auf einen Getriebe- und Kardantunnel verzichten. Apropos Raum: Obwohl Opel noch keinen Blick in den Kofferraum erlaubt hat, sind dessen Ausmaße vom US-Modell her bekannt: 450 Liter sind eine selbstbewusste Ansage, den in den Keller verbannten Batterien sei Dank. Die dadurch etwas erhabene Sitzposition sorgt zudem für eine recht gute Rundumsicht vom Fahrersitz aus.

Reichweitenvorsprung vor der Konkurrenz

Die technischen Daten werden von Opel scheibchenweise veröffentlicht. Die wichtigste Frage nach der Reichweite soll einige Tage vor der Premiere auf dem Pariser Salon verkündet werden. Da das US-Pendant mit 320 Kilometern pro Batterieladung antritt, der Ampera-E aber dem europäischen Leistungshunger angepasst werden soll, ist hinter vorgehaltener Hand von 350 Kilometern die Rede. Auch ein Wert von bis zu 400 Kilometern könne möglich sein. Auf jeden Fall aber werde der Ampera-E noch weiterfahren können, wenn Wettbewerber wie Nissan Leaf oder auch der BMW i3 längst an der Ladestation parken.

Zudem soll das Rumstromern Spaß machen. Der Elektromotor protzt mit 150 kW/204 PS. Auf der Autobahn wird der Ampera-E mit einer Spitze von 150 km/h ebenfalls kein Verkehrshindernis. Die 60 kWh-Batterie soll nach einer knappen Stunde an der Schnellladestation wieder fit sein. Da der Revoluzzer erst Mitte des nächsten Jahres auf den Markt kommt, steht der Preis noch nicht fest, wird aber sicherlich unter den rund 36.000 Euro liegen, die BMW für den i3 verlangt.

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