Erster Volvo-Betrieb in neuer CI

Autor: Julia Mauritz

In Rostock hat das erste neu gebaute Volvo-Autohaus eröffnet, das die neue Außen- und Innen-CI des schwedischen Herstellers umgesetzt hat. Bis 2020 sollen alle Partner umstellen.

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(Foto: Volvo)

Mit dem Autohaus Sachs hat in Rostock der deutschlandweit erste neu gebaute Exklusiv-Händlerbetrieb eröffnet, der nach den Regeln des weltweit gültigen neuen CI-Konzepts von Volvo errichtet wurde. Das Unternehmerehepaar Claudia und Torsten Sachs, die an fünf Standorten die Marken Volvo, Mazda und Suzuki vertreiben, haben 1,4 Millionen Euro in den Betrieb mit einem 250 m² großen Schauraum investiert.

Kurz zuvor hatte das Mehrmarkenautohaus Lauff in Geldern seine Bestandsimmobilie baulich an das neue Konzept angepasst. Bis 2020 will der Kölner Importeur alle 270 Händlerbetriebe in Deutschland auf die neue Außen- und Innen-CI umstellen. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Bis dahin will Volvo im Rahmen seiner weltweiten Wachstumsstrategie dank seiner komplett erneuerten Modellpalette den Marktanteil in Deutschland von aktuell 1 Prozent Marktanteil auf 2 Prozent verdoppelt haben.

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Die Umsetzung der neuen „Volvo Retail Experience“ ist auch in den neuen Händlerverträgen verankert, die nach monatelangen Verhandlungen endlich unter Dach und Fach sind. Am 8. Mai wird der Händlerverband den Volvo-Partnern das neue Regelwerk inklusive der geforderten CI-Elemente vorstellen.

Die Händler haben dabei je nach Größe ihres Betriebs die Wahl zwischen verschiedenen Paketen – analog zu den Ausstattungslinien der Volvo-Modelle: Die Mindestanforderung ist das so genannte Kinetic-Paket. An der Spitze steht das „Summum“-Paket. Die Pflichtelemente sind dabei für alle Betriebe gleich, Unterschiede gibt es nur in den Abmessungen verschiedener Elemente. Den Mindestinvest für das Kinetic-Paket für einen rund 200 m² großen Schauraum beziffert der Chef der Netzentwicklung bei Volvo Deutschland, Thomas Weber, auf 20.000 Euro. Das Summum-Paket koste die Händler rund 45.000 Euro.

Zehnjähriger Investitionsschutz für Händler

Mit der Brechstange werde man das Konzept aber nicht einführen, versichert Weber. Man werde sich vor allem bei den Bestandsimmobilien jeden Einzelfall genau anschauen – vor allem bei den Mehrmarkenhändlern und den Betrieben, die eine runde Außenfassade haben, ist die Umsetzung der neuen Außen-CI vielfach eine Herausforderung: „Wir haben mit dem Händlerverband auch einen zehnjährigen Investitionsschutz ausgehandelt “, bemerkt der Volvo-Manager. Beim Umbau der Mehrmarkenbetriebe legt der Kölner Importeur auf einen Aspekt besonderen Wert: Er fordert eine markenexklusive Darstellung durch die räumliche Trennung von anderen Fabrikaten.

Ziel des neuen CI-Konzepts ist es unter anderem, die Orientierung auf dem Autohausgelände und im Betrieb zu erleichtern. Das will Volvo durch eine klare Gliederung zwischen Vorplatz, Showroom, Werkstatt und dem Gebrauchtwagenbereich „Volvo Selekt“ sicherstellen.

Auch das „skandinavische Lebensgefühl“ will Volvo in die Betriebe transportieren: Von außen sollen die Autohäuser kühl, markant und klar skandinavisch wirken, innen sollen die Kunden warm und freundlich empfangen werden.

Das exklusive Volvo-Autohaus Sachs, das in zentraler Innenstadtlage entstanden ist, setzt die neue Außen- und Innen-CI nach Ansicht des Importeurs vorbildlich um: Für die markante Außenerscheinung sorgen die gerade Linienführung des Gebäudes und die satinierte Glasfassade. Die semi-transparente Außenansicht wird von dem Showroom-Eingang und Schaufenstern unterbrochen, die den Blick gezielt auf einzelne Neuwagen lenken. Je nach Tageszeit variiert die Anmutung der Außenfassade: Bei Tageslicht wirkt sie weiß und solide, in der Dämmerung wirkt sie durchscheinend, und am Abend lässt sie sich mit digitalen Projektionen individuell in Szene setzen.

Der Innenraum gliedert sich in die zwei Bereiche „Street“ und „Living Room“. Im Bereich Street, in dem kalte Grau- und Weißtöne dominieren, werden die Volvo-Neuwagen ausgestellt, immer in Längsrichtung oder im rechten Winkel zur Außenfassade. Das soll für eine klare Struktur im Autohaus sorgen und dem Kunden einen leichten Überblick verschaffen. Außerdem findet der Interessent hier die Zubehör-Produktpräsentation, einen Bereich für die Lacke- und Polster-Bemusterung sowie die Neuwagenauslieferung und Serviceannahme.

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Der „Living Room“ hingegen soll die Kunden zum Verweilen einladen und den Verkaufsberatern die Möglichkeit bieten, Kundengespräche in einer informellen Umgebung zu führen. Neben der zentralen weißen Empfangstheke, die elektrisch höhenverstellbar ist, finden sich im Living Room unter anderem eine Lounge-Ecke, eine moderne Kaffee-Bar mit Barista-Theke und die klassische Kinderspielecke. Als Materialien dominieren im „Wohnzimmer“ naturbelassenes Holz, warme Farbtöne und weiche Teppiche.

Ebenfalls ein zentrales Element des neuen Konzepts ist der fließende Übergang zwischen dem Verkaufs- und dem Servicebereich. Die Direktannahme ist nur durch eine gläserne Trennwand vom Schauraum getrennt. Zudem sitzt der Serviceberater im Ausstellungsraum.

Bessere Orientierung, reibungslosere Prozesse

Die klare Gliederung der verschiedenen Bereiche im Autohaus soll nach Angaben von Volvo nicht nur dem Kunden die Orientierung erleichtern, sondern auch dazu beitragen, die Abläufe in den Betrieben effizienter zu gestalten.

Digitale Schauraumelemente spielen momentan beim neuen Volvo-Retail-Konzept noch keine Rolle. Erst in einem zweiten Schritt ist geplant, großflächige Bildschirme für die virtuelle Fahrzeugkonfiguration zu integrieren. Ein genauer Zeitplan steht nach Angaben von Thomas Weber noch nicht fest. Als ersten Schritt will Volvo im Internet einen neuen Konfigurator einführen, der es dem Kunden ermöglichen soll, das Wunschauto nicht nur in der gewünschten Farbe und mit dem gewählten Innenraum zu betrachten, sondern auch das Fahrgefühl „virtuell zu erleben“.

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