Erstes E-Auto von Skoda kommt 2019

Autor: Andreas Grimm

Skoda steht wie die gesamte Branche vor einem gewaltigen Umbruch. Was an neuen Fahrzeugen und Geschäftsmodellen kommt, kündigte Skoda-Chef Bernhard Maier auf der Verbandsversammlung der Skoda-Händler an.

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Skoda-Chef Bernhard Maier kündigte den Einstieg des Fabrikats in die Elektromobilität für 2019 an.
Skoda-Chef Bernhard Maier kündigte den Einstieg des Fabrikats in die Elektromobilität für 2019 an.
(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Zukunft von Skoda ist elektrisch, digital und vernetzt. Diese nicht ganz unerwartete Zukunftsvision erläuterte der Vorstandsvorsitzende von Skoda, Bernhard Maier, auf der Jahreshauptversammlung der deutschen Skoda-Händler am Samstag in Berlin. Maier nutzte die Gelegenheit, um den 300 anwesenden Händlern erstmals die Ideen der „Strategie 2025“ zu erläutern, mit denen der Hersteller den Wandel in der Branche bestehen will. „Wir haben den Willen, die Veränderungen zu gestalten, die rasend schnell passieren“, sagte Maier.

Maier ist sich sicher, dass trotz der bislang geringen Stückzahlen für E-Autos der Umbruch schneller kommen wird, als die meisten es derzeit erwarten. Bis 2019 will Skoda daher in Zusammenarbeit mit dem Volkswagenkonzern den Superb als ersten Plug-in-Hybrid der Marke in den Verkauf zu bringen. Ein weiteres rein elektrisches Auto soll kurz danach kommen, bis 2025 sollen dann fünf Elektromobile von Skoda verfügbar sein.

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In den nächsten Jahren würden die Themen Konnektivität, Digitalisierung und Mobilitätsdienste Umbrüche in Gang setzen, die von Herstellern wie Händlern eine ungekannte Flexibilität erforderten, sagte Maier. Skoda könne es sich nicht erlauben, nur ein Fast Follower der Entwicklung zu sein. „Wir sind vielmehr dabei, zum Mobilitätsanbieter zu werden und stellen uns in allen Feldern auf das Auto von morgen ein, das sein Wesen grundlegend verändert.“ Erst vor kurzem hatte Skoda dazu sein Digital Lab gegründet, das neue Produkte, Angebote und Geschäftsmodelle entwickeln soll.

Der Onlinehandel ist dabei kein Kernthema. Im Gegenteil: Für Maier ist der stationäre Handel ein entscheidender Hebel, um den Wandel zu gestalten. Die Vertriebspartner seien unverzichtbar, um die alten und neuen Markenwerte zum Kunden zu transportieren.

Gleichwohl werde der notwendige Transformationsprozess hart, da Hersteller wie Händler gleichzeitig in alte und neue Geschäftsmodelle investieren müssten. Um das zu schaffen, gehört zur Strategie 2025 ein zweifacher Wachstumsansatz. Der Autobauer wolle in einem wachsenden globalen Automarkt einerseits seinen Absatz verdoppeln und andererseits durch die neuen Angebote das Ergebnispotenzial verdoppeln. Wie die neuen Dienste aussehen, lasse sich dabei „heute noch genauso wenig sagen, wie vor zehn Jahren jemand an Apps gedacht hätte“.

Rückblick durch Carl Hahn und Detlef Wittig

Dass erfolgreich umgesetzte Visionen zur Skoda-Historie gehören, machten auf der Händlerversammlung auch Carl H. Hahn, der als Vorstandsvorsitzender Skoda in den VW-Konzern holte, und Detlef Wittig, langjähriger Skoda-Vorstandschef, in ihren Reden anlässlich des 25-jährigen Bestehens von Skoda Auto Deutschland und dem Händlerverband deutlich.

Nach dem Fall der Mauer hatte Hahn die Europäisierung des VW-Konzerns eingeleitet und in diesem Zuge Skoda als vierte Marke in das Unternehmen geholt. Ursprünglich hatte die tschechische Regierung den Renault-Konzern als Partner ausgewählt, doch Hahn sah in der Verbindung die Chance, die osteuropäischen Märkte zu erschließen. Mit viel persönlichem Einsatz überzeugte er Belegschaft, Management und Politik vom VW-Einstieg. Inzwischen produziert Skoda mehr als eine Million Fahrzeuge im Jahr. „Das wird weitergehen, die Programme dafür sind da“, sagte der Ehrenaufsichtsratsvorsitzende von Skoda.

Wie der Produktionsrekord erreicht werden konnte, verdeutlichte Detlef Wittig. Als die Wolfsburger übernahmen, produzierte Skoda 175.000 Autos, die gegenüber den Westmodellen eigentlich nicht konkurrenzfähig waren. Bis zur Jahrtausendwende sah die damalige Strategie zunächst Wachstum und Transformation in den angestammten Märkten vor. 2004 wurde dann in einem weiteren Schritt unter anderem das Ziel formuliert, bis 2015 die Millionengrenze zu erreichen. „Wir haben die Visionen selbst als kühn empfunden, aber wir haben sie bereits mehrfach in die Tat umgesetzt“, sagte Wittig.

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 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«