Erstmals seit Mai 2016: Gebrauchte Diesel stehen kürzer als Benziner

Autor: Christoph Seyerlein

Fast vier Jahre langen waren drei Jahre alte Diesel im Durchschnitt länger auf den Händlerhöfen gestanden als vergleichbare Benziner. Im Januar 2020 kam es nun zur Trendwende. Auch bei den Restwerten gibt es in Sachen Diesel positive Signale.

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(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Die Zeichen auf dem Diesel-Gebrauchtwagenmarkt stehen ein Stück weit auf Entspannung. Das legt zumindest das aktuelle Barometer der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) nahe. Demnach gingen drei Jahre alte Diesel mit einer Laufleistung von 45.000 bis 60.000 Kilometern im Januar 2020 erstmals seit Mai 2016 im Durchschnitt schneller von den Händlerhöfen als vergleichbare Benziner.

Entsprechende Diesel-Fahrzeuge standen den Daten zufolge im Mittel 89 Tage lang, während der Mittelwert bei Benzinern bei 90 Tagen lag. Damit zeigten sich die Diesel bei den Standtagen im Vergleich zum Dezember 2019 stabil, während bei den Benzinern ein starker Anstieg von 84 auf 90 Tagen zu verzeichnen war.

Eine entscheidende Rolle dürfte bei jenen Ergebnissen allerdings spielen, dass unter den drei Jahre alten Diesel-Modellen kaum noch Fahrzeuge mit Euro-5-Norm sein dürften, die von Fahrverboten in einigen Metropolregionen bedroht sind. Im vergangenen Jahr hatte die DAT im Vergleich zu 2018 bereits ein leichtes Nachfrageplus von 0,5 Prozent bei gebrauchten Dieseln konstatiert.

Beim Blick auf die Restwerte zeigt sich dagegen, dass Benziner weiter deutlich wertstabiler unterwegs sind als Diesel. Auch in diesem Zusammenhang betrachtete die DAT drei Jahre alte Fahrzeuge aus allen Segmenten mit einer jährlichen Laufleistung von 15.000 bis 20.000 Kilometern.

Restwerte im Vergleich

Während derartige Benziner im Januar 2020 der Auswertung zufolge durchschnittlich noch 56,4 Prozent von ihrem Neupreis wert waren, erreichten Diesel-Modelle einen Mittelwert von 52,2 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2019 (51,8 %) stieg damit allerdings der Restwert von Dieseln, während der von Benzinern leicht rückläufig war (Dezember 2019: 56,5 %).

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