EU-Kommissar kritisiert deutsche Autobauer scharf

Redakteur: Christoph Baeuchle

Bald drei Jahre nach dem Beginn der Dieselkrise ist immer noch kein Ende in Sicht. EU-Kommissar Günter Oettinger kritisierte die Salamitaktik der Automobilhersteller und fordert sie auf, endlich reinen Tisch zu machen.

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EU-Kommissar Günter Oettinger kritisierte die Salamitaktik der Automobilhersteller im Diesel-Skandal.
EU-Kommissar Günter Oettinger kritisierte die Salamitaktik der Automobilhersteller im Diesel-Skandal.
(Bild: Zietz/»kfz-betrieb«)

Fast drei Jahre nach den ersten Meldungen über erhöhte Emissionen von Dieselfahrzeugen ist immer noch kein Ende des Diesel-Themas in Sicht. Dies sei keine Diesel-Krise, das sei ein Diesel-Skandal, sagte EU-Kommissar Günter Oettinger bei der ZDK-Mitgliederversammlung in Stuttgart. Darunter leide das Kfz-Gewerbe und der gesamte Mobilitätssektor.

Der EU-Kommissar, der vor seinem Wechsel nach Brüssel Ministerpräsident im Autoland Baden-Württemberg war, forderte die Hersteller auf: „Legt die Karten endlich vollends auf den Tisch.“ Es sei nicht in Ordnung, dass drei Jahre nach Beginn des Dieselskandals immer noch Neuigkeiten das Tageslicht erblicken.

Oettinger kritisierte scharf das Verhalten der Hersteller, die dadurch aus der Affäre eine „Never-ending-Story“ machten. „Mit ihrer Salamitaktik verschlimmern die Hersteller alles.“ Es sei unerhört, wie gemauert und verzögert werde.

Die Auswirkungen der Krise und des Verhaltens der Hersteller sind aus Oettingers Sicht immens. „Europa hat für Produkte ,Made in Germany‘ immer höchsten Respekt“, so der EU-Kommissar. Doch dies ändere sich derzeit. „Es macht sich langsam etwas Häme breit.“ Deutschland wisse wohl nicht, wie es weitergehen soll, zudem „führen uns die Amerikaner vor“.

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