EU-Kommission gibt Staatsgelder für Dieselnachrüstung frei

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Brüssel gibt Gelder frei, damit deutsche Kommunen mit staatlicher Hilfe ihre Dieselfahrzeuge nachrüsten lassen können. Ein erster Schritt, weitere sollen folgen. Das Kfz-Gewerbe kritisiert indes die Bundesregierung, sie habe zu einer massiven Verschleppung der Dieselkrise beigetragen.

Firma zum Thema

Grünes Licht aus Brüssel für die Nachrüstung städtischer Dieselfahrzeuge (ab 2,8 Tonnen), bei Diesel-Pkw fehlt es noch an Hardwarelösungen.
Grünes Licht aus Brüssel für die Nachrüstung städtischer Dieselfahrzeuge (ab 2,8 Tonnen), bei Diesel-Pkw fehlt es noch an Hardwarelösungen.
(Bild: Aral)

Die EU-Kommission hat grünes Licht gegeben, dass deutsche Kommunen mit Staatsgeldern ihre Dieselflotte nachrüsten lassen können. Insgesamt will die Bundesrepublik Deutschland das Nachrüsten kommunaler Fahrzeuge mit mehr als 430 Millionen Euro fördern.

Mehr als 60 Kommunen mit hoher Emissionsbelastung können auf die Staatshilfe bauen. Auf deren Straßen fahren derzeit über eine Million schwere und leichte kommunale und gewerblich genutzte Fahrzeuge mit Dieselmotoren.

Die Maßnahmen sind Teil des von der Bundesregierung lancierten Sofortprogramms „Saubere Luft 2017-2020“, um die Stickoxidemission möglichst rasch zu senken. Mit den nun frei gegebenen Geldern sollen leichte und schwere Kommunalfahrzeuge (2,8 bis 3,5 Tonnen und über 3,5 Tonnen) sowie leichte und mittelschwere gewerblich genutzte Fahrzeuge (2,8 bis 3,5 und 3,5 bis 7,5 Tonnen) umgerüstet werden.

Kfz-Gewerbe Bayern fordert schnelle Nachrüstung für Pkws

Auch für Pkws müsse die Hardwarenachrüstung für Dieselfahrzeuge nun endlich kommen. „Dass die Messlatte für die Zulassung dieser Nachrüstsysteme von der Bundesregierung so hoch gelegt wurde, dass es nun schon Monate dauert, bis diese durch das Genehmigungsverfahren kommen, verschleppt die Lösung der Dieselkrise immer weiter“, kritisiert Albert Vetterl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern. „Hier werden künstlich Hürden aufgebaut, statt endlich Probleme zu lösen.“

Das Umweltbundesamt hatte zuvor in seiner jüngsten Veröffentlichung „Gesunde Luft“ betont, dass die Hardwarenachrüstung als Mittel zur Verbesserung der Luftqualität zügig umgesetzt werden müsse. Das Bundesamt sieht dabei auch die Automobilhersteller in der Pflicht.

(ID:45985401)