Dieselgate EuGH erklärt „Thermofenster“ zu illegalen Abschalteinrichtungen

Autor: Jan Rosenow

Der Schutz des Motors vor Verschleiß und Verschmutzung rechtfertigt es nicht, die Leistung der Abgasreinigung zu reduzieren, heißt es im Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Juristen sehen eine neue Stufe des Dieselskandals erreicht, die Branche muss sich auf eine neue Klage- und Rückrufwelle einstellen.

Die Abgasreinigung darf nicht wegen des Motorschutzes eingeschränkt werden, sagt der Europäische Gerichtshof.
Die Abgasreinigung darf nicht wegen des Motorschutzes eingeschränkt werden, sagt der Europäische Gerichtshof.
(Bild: ISP-Grube.de)

Der Europäische Gerichtshof hat am 17. Dezember sein lange erwartetes Urteil im Dieselskandal gesprochen. Und es fällt so aus, wie bereits das im Frühjahr veröffentlichte Gutachten vermuten ließ: Eine „Software, die die Höhe der Fahrzeugemissionen nur unter Bedingungen gewährleistet, die den für die Zulassungsverfahren geltenden Bedingungen entsprechen, (stellt) eine Abschalteinrichtung dar“, heißt es in dem Urteil.

Die Autohersteller hatten die temperaturabhängige Regelung der Abgasnachbehandlung, das sogenannte Thermofenster, stets mit dem Motorschutz begründet. Der Hintergrund: Hohe Abgasrückführraten, die für eine starke Reduzierung der Stickoxid-Rohemission nötig sind, führen gleichzeitig zur einer erhöhten Rußbildung im Brennraum und damit zur Versottung und zum Verschleiß der Abgasrückführung.

Über den Autor

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group