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Euro-5-Diesel-Bestände steigen bei jedem zweiten Händler

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm

Die für Händler zum Teil existenzbedrohende Diesel-Krise spitzt sich zu. Laut einer ZDK-Umfrage sitzt jedes zweite Autohaus auf wachsenden Diesel-Euro-5-Beständen. Fast alle Händler kritisieren die mangelnde Unterstützung durch ihr Fabrikat.

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Einen Ausweg aus der Dieselkrise sehen Kfz-Betriebe und Kfz-Verband in der Nachrüstung von Euro-5-Fahrzeugen.
Einen Ausweg aus der Dieselkrise sehen Kfz-Betriebe und Kfz-Verband in der Nachrüstung von Euro-5-Fahrzeugen.
(Bild: HJS)

Diesel-Fahrzeuge sind in den vergangenen Monaten für viele Autohäuser zu einem ernsthaften Problem geworden. Mehr als jeder zweite Händler (55 %) kämpft mit wachsenden Beständen an Euro-5-Dieseln. Nur 16 Prozent melden sinkende Zahlen. Dies ergab eine Umfrage des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), an der rund 1.600 Händler teilgenommen haben.

Bereits eine erste Erhebung im August 2017 deckte die Probleme auf, mit denen die Händler zu kämpfen haben. Damals berichtete der Verband bereits von rund 300.000 Euro-5-Diesel-Pkw auf den Höfen der Händler, die einen Gesamtwert von 4,5 Milliarden Euro hatten.

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Bei der Bewältigung der Probleme erhalten die Autohäuser von den Herstellern und Importeuren nach eigener Einschätzung viel zu wenig Hilfe. 93 Prozent der Teilnehmer sagten, dass die Unterstützung nicht ausreicht.

Oder sie scheint wirkungslos zu verpuffen. Denn die ausgelobten Umwelt- oder Umtauschprämien, mit der Hersteller und Importeure ältere Dieselfahrzeuge rasch von der Straße bringen wollen, verfehlt aus Sicht vieler Händler ihr Ziel. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) spüren keine positiven Auswirkungen auf ihr Neuwagengeschäft.

Was stattdessen helfen könnte, eine Hardware-Nachrüstung für ältere Dieselfahrzeuge, lehnen viele Fabrikate ab. Mehr als jeder zweite Händler (52 Prozent) ist sich jedoch sicher, dass diese Maßnahme wirksam zur Werterhaltung der Bestände und zur Reduzierung der Standzeiten beitragen würde.

„Diese Ergebnisse bestärken uns darin, die Forderung nach einer Verordnung für die Hardware-Nachrüstung älterer Diesel und hier insbesondere der Emissionsklasse Euro 5 zu erneuern“, sagte ZDK-Vizepräsident und Fabrikatssprecher Thomas Peckruhn auf der Jahrespressekonferenz in Berlin.

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