Eurocar ist durchgängig online

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Der freie Händler aus dem bayerischen Landshut nutzt sämtliche Möglichkeiten, die die virtuelle Welt ihm bietet, um seine Kunden auf zeitgemäße Art in seinen Betrieb zu lotsen.

Firmen zum Thema

Eurocar aus Landshut erreicht des zweiten Platz beim Internet Sales Award.
Eurocar aus Landshut erreicht des zweiten Platz beim Internet Sales Award.
(Foto: VBM Archiv)

Wer Ayhan Kiskanc, den geschäftsführenden Gesellschafter des Autohauses Eurocar in Landshut, besucht, bekommt von seinem Gastgeber natürlich einen Kaffee angeboten. Ungewöhnlich daran ist nicht der Kaffee – den gibt es schließlich überall – sondern die Art und Weise, wie der Autohauschef die Bestellung an seine Mitarbeiter weitergibt. Denn Kiskanc hat ein eigenes internes Chatprogramm installiert, über das sich die Mitarbeiter sehr schnell austauschen können. Und so taucht der Kaffee auf, ohne dass der Besucher überhaupt gemerkt hat, dass der Chef ihn bestellt hatte.

Das ist typisch für den Kfz-Betrieb. Konsequent nutzt Kiskanc mit seiner Mannschaft alle Möglichkeiten, die ihm die virtuelle Welt bietet. So hat sich der Händler inzwischen auch bei der internen Abwicklung weitgehend vom Papier getrennt. Sämtliche Akten stehen allen digital zur Verfügung und werden online dem jeweils zuständigen Mitarbeiter übertragen. Ruft ein Kunde im Autohaus an, hat der Mitarbeiter am Telefon sofort sämtliche Daten zu ihm und seinem Fahrzeug zur Hand, um kompetent beraten zu können.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

Chatfunktionen nach innen und außen

Eine besondere Bedeutung hat für den Unternehmer der Online-Außenauftritt des Unternehmens, insbesondere die eigene Webseite. „Sie ist unsere wichtigste Visitenkarte“, erläutert er. Sie ist im responsive Design gestaltet, erkennt also, mit welchem Gerät der User auf die Homepage zugreift. Schließlich nutzen immer mehr Menschen Smartphones und Tablets. Eine sonst gut gemachte Webseite, die nur auf den klassischen Zugriff über den PC ausgerichtet ist, wirkt kontraproduktiv, wenn sie sich auf den anderen Geräten nicht optimal abbilden lässt. Der Nutzer straft das sofort und wechselt zum nächsten Anbieter.

Natürlich ist Kiskanc mit seinem Fahrzeugbestand im Internet in den großen Börsen vertreten – das ist eine Selbstverständlichkeit. Aber seine Autos allein mit den zwölf Fotos, die Standard bei ihm sind, und inklusive aller Daten darzustellen, reicht ihm nicht. Meist lässt er noch Videoclips drehen und stellt diese mit ein. Gleichzeitig ist er mit seinen Fahrzeugen auch auf Youtube vertreten. So hat der Kunde sämtliche Informationen zu seinem gewünschten Fahrzeug mit wenigen Klicks zusammen.

Der Geschäftsführer erläutert: „Wenn der Kunde auf unserer Seite ist, muss er alles finden können, was er braucht, um eine Entscheidung treffen zu können. Denn wenn er weiterklickt, ist er für uns häufig verloren.“ Deshalb findet der Interessent natürlich auch Finanzierungsangebote für sein Wunschauto auf der Webseite. Auch das Formular für die Selbstauskunft ist online vorhanden, genauso wie die Informationen und Unterlagen zur Inzahlungnahme des Altwagens des Kunden. Ergänzt wird das durch ein großes Dienstleistungsangebot, das beispielsweise Hotelreservierung oder Abholung der Käufer, die von weiter her kommen, mit einschließt. Das senkt Hemmschwellen und erhöht die Kaufbereitschaft beim Kunden.

Internet als überzeugendes Verkaufsargument

Die Informationen, die Kiskanc in den Börsen abrufen kann, nutzt er und wertet die Klickraten detailliert aus. Die genaue Analyse hilft ihm nicht nur bei der Preiskalkulation und bei der Angebotsgestaltung, sondern auch bei Verkaufsverhandlungen. Dem zögerlichen Kunden macht er klar, dass ein Auto, das bereits viele Klicks aufweisen kann, vermutlich bald verkauft ist. In vielen Fällen ist das dann das letzte überzeugende Verkaufsargument.

Selbstverständlich ist das Unternehmen auch auf Facebook vertreten. „Das ist für uns zur Imagepflege sehr wichtig. Außerdem können wir damit noch direkter mit unseren Kunden in Verbindung treten. Und wir können uns damit sehr menschlich mit all unseren Stärken und Schwächen darstellen. Das honorieren unsere Kunden“, erläutert der Geschäftsführer. Die Marketingleiterin des Betriebs betreut den Facebook-Auftritt und sorgt dafür, dass nicht nur kontinuierlich Informationen zum Unternehmen und den Mitarbeitern gepostet werden, sondern auch auf eingehende Posts schnell reagiert wird. Rund 1.500 Fans beweisen, dass das ankommt. Whatsapp-Gruppen runden den Onlineauftritt des umtriebigen Händlers ab.

Seit über 20 Jahren sind die Brüder Kiskanc mit dem Autohaus Eurocar in Landshut tätig. Der Weg vom Fähnchen- bis zum etablierten Mehrmarkenhändler war nicht immer einfach. Ursprünglich hatten die Brüder sich auf das Geschäft mit Reimportfahrzeugen spezialisiert und verkauften den Großteil der Autos an Kunden im gesamten Bundesgebiet. Seit einigen Jahren konzentriert sich die Mannschaft hauptsächlich auf hochwertige junge Gebrauchtwagen. 65 Prozent davon gehen an Käufer in der eigenen Region. So baute sich das Team kontinuierlich einen eigenen Kundenstamm im Großraum Landshut auf.

So mancher Fahrzeuginteressent, der bei Eurocars vor Jahren seinen Wagen gekauft hat, ist inzwischen treuer Kunde und hat auch die nächsten Fahrzeuge bei dem Mehrmarkenhändler erworben. Eine nicht unwichtige Rolle spielt dabei, dass Kiskanc eine Reihe von Partnern auf sein Firmengelände geholt hat, die unterschiedlichsten Dienstleistungen rund um das Auto anbieten. Kiskanc sagt dazu: „Getreu des ‚Alles unter einem Dach‘-Prinzips bieten wir unseren Kunden zusätzlich zu unserem Mehrmarkenautohaus auch eine freie Meisterwerkstatt, ein Sachverständigenbüro, eine Autovermietung, ein Restaurant, einen SB-Waschplatz, eine eigene Lackieranlage, eine Versicherungsmakleragentur, einen Autoteile-Großhandel, eine Fahrschule und vieles andere an. Das macht es für unsere Kunden besonders attraktiv, zu uns zu kommen.“

Und da Stillstand meist auch Rückschritt bedeutet, stehen im Autohaus Euro-Car bereits neue Projekte an. Mitte September startet Kiskanc mit einem Onlinechat für seine Kunden. Außerdem will er Google-XML-Maps bei den Suchergebnissen einrichten. Der Kunde soll schließlich nicht nur bequem mit dem Autohaus direkt kommunizieren können, er soll es auch sehr einfach finden. Und wenn er dann das Autohaus besucht, wartet zukünftig eine neue Lounge mit einem Großbildschirm auf ihn, damit er sich in aller Ruhe sein Wunschfahrzeug ansehen und zusammenstellen kann. Ob in der virtuellen oder in der realen Welt – der Kunde steht mit seinen Wünschen im Mittelpunkt.

(ID:43022522)