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Europäische Initiative gegen den Tacho-Betrug

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Der Zusammenschluss der europäischen Automobilclubs (FIA) fordert die EU auf, der Praktik der Tachomanipulation gesetzlich entgegenzuwirken. Ziel der Aktion sind nicht zuletzt die Autohersteller.

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Manipulationen am Tacho sind nach Ansicht des ADAC sehr verbreitet. Mit einer Initiative auf europäischer Ebene soll das Problem jetzt bekämpft werden.
Manipulationen am Tacho sind nach Ansicht des ADAC sehr verbreitet. Mit einer Initiative auf europäischer Ebene soll das Problem jetzt bekämpft werden.
(Foto: Archiv)

Experten von Automobilclubs aus sieben Ländern haben an einem Workshop zum Thema „Tacho-Betrug“ teilgenommen. Im ADAC-Technik-Zentrum in Landsberg/Lech diskutierten sie Wege, gefälsche Kilometerstände zu erkennen. Nach Erkenntnissen des Verkehrsclub dauert es oftmals gerade einmal fünf Sekunden, bis der Tacho unter Zuhilfenahme eines Manipulationsgeräts einen gefälschen Wert anzeigt – und dies, ohne Spuren zu hinterlassen.

Ein Auto gewinnt dadurch im Schnitt rund 3.000 Euro illegal an Wert. Das führt allein in Deutschland jedes Jahr zu einem Schaden von rund sechs Milliarden Euro für die Gebrauchtwagenkäufer, wie die Polizei ermittelt hat. Über die Problematik der Tachomanipulation hatte »kfz-betrieb ONLINE« bereits umfangreich berichtet.

„Da in Europa ein hoher Prozentsatz aller Gebrauchtwagen manipuliert ist, muss der Gesetzgeber auf EU-Ebene dringend tätig werden, um dem Problem Herr zu werden“, sagte Gerd Preuß, technischer Direktor bei der FIA (Federation internationale de l’Automobile – Zusammenschluss der europäischen Automobilclubs). „Die Auto-Hersteller unterstützen die Verbraucher weder beim Erkennen manipulierter Fahrzeuge noch bei der Aufklärung über diese weit verbreitete Betrügerei. Daher fordern wir, dass dies auf EU-Ebene gesetzlich geregelt wird“, forderte Preuß. Ähnliches hatten bereits die bayerische Justiz sowie die schleswig-holsteinische Verbraucherschutzministerin gefordert.

Ein entsprechender Vorstoß der FIA läuft bereits. Der ADAC hat die „Initiative gegen Tacho-Betrug“ gegründet, um die Interessen der Gebrauchtwagenkäufer bei diesem Thema nachdrücklich zu vertreten. In diesem Zusammenhang würden auch technische Lösungen erarbeitet, die künftig Tacho-Betrug vereiteln sollen, meldet der Club.

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