Acea Europäische Neuzulassungen im Rückwärtsgang

Autor: Jens Rehberg

Die Produktionsausfälle der OEMs schlagen sich auch in den europaweiten Neuregistrierungen nieder. Sowohl im Juli als auch im August ging es im Vergleich zu den Vorjahresmonaten deutlich zweistellig nach unten.

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(Bild: Rehberg / VCG)

Weil es im Handel aktuell vielerorts schlicht an Ware fehlt, sind auch die zusammengefassten Neuzulassungszahlen der nationalen Märkte zuletzt stark rückläufig gewesen. Wie der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag mitteilte, ist das gesamteuropäische Neuzulassungsvolumen im Juli um knapp 24 Prozent und im August um rund 18 Prozent zu den jeweiligen Vorjahresmonaten eingebrochen.

Unter den fünf großen europäischen Einzelmärkten verzeichnete Frankreich im Juli den größten Rückgang (-35%), gefolgt von Großbritannien (-30%) und Spanien (-29%). Auch im August lagen die fünf Größten zweistellig unter dem Niveau des Vorjahresmonats – am deutlichsten Spanien (-29%) und Italien (-27%).

Über die ersten acht Monate des laufenden Verkaufsjahres hinweg brachtet liegt der europäische Pkw-Markt im Vergleich zu 2020 aber immer noch im Plus: Rund 6,8 Millionen Einheiten von Januar bis August entsprechen einem Zuwachs von 11,2 Prozent.

Einbruch bei Daimler

Auch die Zahlen der deutschen Hersteller gingen in Bezug auf die europäischen Absatzzahlen zuletzt stark zurück. Am härtesten traf es im August Daimler mit knapp 38 Prozent Minus zum Vorjahresmonat. Die Wolfsburger Fabrikate wurden insgesamt rund 14 Prozent seltener neu zugelassen als noch vor einem Jahr. Bei Opel und BMW beträgt das Minus knapp 18 Prozent.

Einige Importeure schafften im August dagegen leichte Zuwächse: Bei Mazda wuchs das Neuzulassungsvolumen europaweit um circa 10 Prozent (1,3% Marktanteil). Die Hyundai-Neuregistrierungen wuchsen um gut 2 Prozent (MA: 4%) . Und Toyota lag mit einem Plus von 1 Prozent knapp über dem Vorjahresniveau (MA: 1%).

Über den bisherigen Jahresverlauf gesehen kann Audi mit einem Zuwachs der Neuregistrierungen in Europa von knapp 19 Prozent zum Vorjahr noch das beste Zwischenfazit ziehen.

„Der Nachholbedarf ist erheblich“

Im Hinblick auf den Vormarsch elektrifizierter Antriebe wies Deutschland im August erneut mit 27,6 Prozent den höchsten entsprechenden Marktanteil unter den Top-5-Märkten auf – gefolgt von Frankreich (20%) und Großbritannien (18%). In Spanien waren hingegen im August nur 8,4 Prozent der Neuwagen Plug-in-Hybride oder Elektroautos.

In seiner Kommentierung der aktuellen Acea-Zahlen weist Ernst&Young-Partner Peter Fuß auf die nichtsdestotrotz guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hin: „Die Konjunktur ist robust, neue Lockdowns erscheinen unwahrscheinlich, der aufgestaute Nachholbedarf ist erheblich.“

Keine gute Zeit für Schnäppchenjäger

Die Halbleiterkrise habe einerseits lange Lieferzeiten und einen relativ niedrigen Neuwagenabsatz zur Folge, so Fuß. Andererseits gelinge es den Herstellern in diesem Umfeld derzeit relativ gut, höhere Preise durchzusetzen. „Die Hersteller versuchen, auf den Halbleitermangel zu reagieren, indem sie den Modellmix anpassen und bei der Preisdurchsetzung kaum noch Kompromisse eingehen. Für Schnäppchenjäger ist das aktuelle Umfeld also eher ungünstig.“

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