Europäische Neuzulassungen weiter stark rückläufig

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„Der Juli dürfte in Deutschland deutlich stärker werden. Dann werden die verschobenen Neuwagenkäufe aus dem Juni nachgeholt. Und auch die massiven Marketingaktivitäten vieler Hersteller werden den Absatz weiter ankurbeln“, kommentierte der Ernst & Young-Autoexperte Peter Fuß die aktuellen Zahlen.

VDA: „Historisch beispielloser“ weltweiter Einbruch

Wie gewohnt gab auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeitgleich zur Veröffentlichung der ACEA-Zahlen seine internationale Lageeinschätzung ab. Den durch das Coronavirus bedingten parallelen Einbruch der meisten weltweiten Märkte bezeichnete der Verband als „historisch beispiellos“: In den großen Absatzregionen China, USA und Europa seien im ersten Halbjahr 2020 in Summe 7,5 Millionen Einheiten weniger verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Das entspreche einem Absatzrückgang von 28 Prozent.

In Japan reduzierte sich die Nachfrage demnach um ein Fünftel. In Russland und Brasilien sei der Absatz ebenfalls massiv eingebrochen. Der chinesische Markt hingegen habe sich im zweiten Monat in Folge erholt.

In den USA ging das Volumen des Light-Vehicle-Marktes (Pkw und Light Trucks) in der ersten Jahreshälfte nach VDA-Zahlen um fast ein Viertel (-23 Prozent) auf 6,4 Millionen Neufahrzeuge zurück. Im Light-Truck-Segment, auf das mittlerweile drei Viertel des US-Gesamtmarktes entfallen, reduzierte sich der Absatz demnach um 18 Prozent. Das Pkw-Segment gab um mehr als 36 Prozent nach.

Der chinesische Neuwagenmarkt schloss das erste Halbjahr 2020 mit 7,7 Millionen verkauften Pkw ab. Das sind laut VDA 2,2 Millionen Einheiten beziehungsweise 23 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum gewesen. Im vergangenen Monat stiegen die Verkäufe hingegen mit 1,7 Mio. Einheiten um 1 Prozent an – das war bereits der zweite Anstieg in Folge.

Der Pkw-Markt in Japan blieb in der ersten Jahreshälfte mit 1,8 Millionen Einheiten 20 Prozent unter Vorjahresniveau. Im Juni ging der Absatz mit 283.900 verkauften Fahrzeugen um 23 Prozent zurück.

Der russische Light-Vehicle-Markt lag bis einschließlich Juni mit 636.000 verkauften Neufahrzeugen um mehr als 23 Prozent im Minus.

In Brasilien wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt 765.200 Light Vehicles verkauft – 39 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Juni betrug der Rückgang rund 43 Prozent.

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