Acea Europäische September-Neuzulassungen deutlich unter Vorjahr

Autor / Redakteur: dpa/jr / Nick Luhmann

Obwohl die kumulierten Neuregistrierungszahlen für dieses Jahr noch ein Wachstum zeigen – der Mangel an Ware im Kfz-Handel zieht die Bilanzen Monat für Monat herunter. Die Prognose fürs Schlussquartal ist düster.

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(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die Pkw-Neuzulassungen in Europa haben ihre Talfahrt im September fortgesetzt. Nach dem Einbruch in den Sommermonaten wurden in den Staaten der EU, der Efta sowie in Großbritannien im vergangenen Monat rund 972.700 Einheiten neu registriert, wie der europäische Herstellerverband Acea am Freitag in Brüssel mitteilte. Die Zahlen zeigen einen Rückgang des Volumens um 25,2 Prozent zum September 2020.

Über das bisherige Gesamtjahr hinweg gesehen liegt der Automarkt aber wegen des coronabedingten Einbruchs im Frühjahr 2020 noch über dem Vorjahreszeitraum – 9,16 Millionen Autos bedeuten ein Plus von 6,9 Prozent.

Die größten Automärkte Europas – Deutschland (-25,7 %), Frankreich (-20,5 %), Italien (-32,7 %), Spanien (-15,7 %) und Großbritannien (-34,4 %) – verzeichneten allesamt im September prozentual zweistellige Rückgänge. Zum einen hatte sich im vergangenen Jahr nach dem harten Lockdown im Frühling in vielen Ländern Nachfrage aufgestaut, zum anderen stützten viele Staaten die Pkw-Nachfrage auch durch Förderprogramme.

In Deutschland war im Juli 2020 die zwischenzeitliche Mehrwertsteuersenkung in Kraft getreten, die insbesondere beim Kauf teurer Güter wie Autos Einsparungen möglich machte.

Keine Hoffnung auf Besserung

Die größte Bremse in den Märkten stellen allerdings nach wie vor die Materialengpässe und Lieferkettenprobleme der Automobilindustrie dar. Eine kurzfristige und durchgreifende Besserung ist daher nicht zu erwarten. „Erst zur Jahresmitte rechnen wir mit einer spürbaren Entspannung der Situation“, sagte Peter Fuß, Auto-Analyst der Unternehmensberatung EY. Er rechnet damit, dass die Hersteller vorerst weiter versuchen werden, ihre Produktion und den Modellmix so anzupassen, dass möglichst margenstarke Neuwagen ausgeliefert werden.

Eine sinkende Bereitschaf zu Rabatten könne einen Teil der wirtschaftlichen Schäden für die Branche durch die Produktionsausfälle auffangen. Gleichwohl komme es zu erheblichen Umsatzeinbußen. „Der Branche stehen sehr schwierige Monate bevor“, bilanziert Fuß. Der Jahresabsatz an Neuwagen werde in Europa vermutlich nur auf dem sehr niedrigen Vorjahresniveau liegen.

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