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Europäischer Automarkt startet schwach ins Jahr

| Autor: Andreas Grimm

Die europäische Autokonjunktur startet zurückhaltend ins neue Jahr. Alle großen und zahlreiche mittelgroße Märkte melden deutlich rückläufige Zahlen. Interessant sind die Entwicklungen auf Markenebene, manche Fabrikate stürzen regelrecht ab.

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(Foto: Grimm)

Die Pkw-Neuzulassungen in den 28 Ländern der Europäischen Union, der Efta und in Großbritannien sind im Januar spürbar zurückgegangen. Sie sanken um 7,4 Prozent auf 1,14 Millionen Autos, vermeldete der europäische Herstellerverband Acea am Dienstag in Brüssel. Die Gründe für den Rückgang seien vielfältig. Dazu zählen Vorzieheffekte durch steuerliche Änderungen in einigen Staaten ebenso wie die schwächere wirtschaftliche Entwicklung, die durch den Brexit hervorgerufene Unsicherheit sowie nicht zuletzt die neuen CO2-Regeln.

„Der Neuwagenmarkt ist derzeit zu einem erheblichen Teil von den neuen EU-Emissionsvorgaben beeinflusst“, bringt Peter Fuß, Auto-Fachmann der Unternehmensberatung EY, die Erwartungen für die kommenden Monate auf den Punkt. Der Neuwagenmarkt werde sich europaweit aus seiner Sicht eher schwach entwickeln. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 sei allerdings schwierig, und werde durch das Corona-Virus nochmals erschwert. Ein Rückgang im mittleren einstelligen Bereich gegenüber dem Vorjahr erscheint ihm aber als „realistisch“.

Allgemein ging es im Januar in den großen Absatzmärkten spürbar abwärts. Die Verkäufe in Frankreich (-13,4 %) fielen auffallend stark. Die Rückgänge in Spanien (-7,6 %), Deutschland (-7,3 %) und Großbritannien (-7,3 %) bewegten sich dagegen alle in der Größenordnung des europäischen Durchschnitts. Die Nachfrage-Entwicklung in Italien (-5,9 %) war sogar geringfügig besser.

Auch in den mittelgroßen Märkten ging die Nachfrage teilweise deutlich nach unten. In Polen etwa wurden 14,1 Prozent weniger Neuwagen registriert (39.500 Einheiten), in Dänemark ging es 12,4 Prozent in den Keller (18.700) und die schwedischen Händler verloren 18 Prozent der Vorjahreskunden (16.800).

Insgesamt ging die Nachfrage in den westeuropäischen Staaten (ohne Großbritannien gerechnet) um 7,7 Prozent auf 847.600 Einheiten zurück. Das war ein deutlich schärferer Rückgang als in den osteuropäischen Staaten, wo der Absatz um 6,1 Prozent fiel. Mit knapp 110.000 Verkäufen ist dieser Markt allerdings wesentlich kleiner. In den Efta-Staaten (Island, Norwegen, Schweiz) sank der Absatz um 5,6 Prozent auf 29.000 Einheiten.

Franzosen verlieren vielfach

Große Verlierer auf Herstellerseite waren zum Jahresauftakt die französischen Konzerne PSA und Renault, deren Fabrikate allesamt rückläufig waren. Am härtesten erwische es Dacia mit einem Minus von 30 Prozent, nur knapp gefolgt von Opel (-27,5 %), die Kernmarken Peugeot (-8,5 %) und Renault (-7,4 %) entwickelten sich mehr oder weniger im Markttrend. Weitere große Verlierer zum Jahresstart waren Mazda (-30,2 %) und Ford (-22,7 %).

Die deutschen Fabrikate schlugen sich, abgesehen von Opel, überwiegend gut. So legte die Kernmarke der BMW-Group sogar um 5,2 Prozent zu, Mercedes verlor nur 0,1 Prozent. Dagegen waren die jeweiligen Kleinwagenmarken Smart (-89,1 %) und Mini (-10,7 %) aus unterschiedlichen Gründen kräftig im Minus. Im Volkswagenkonzern verlor VW Pkw 6,6 Prozent seiner Verkäufe, während Audi 6,4 Prozent zulegte. Bei Porsche wirkt statistisch das WLTP-Chaos nach. Aus dem Verkaufstief vor einem Jahr arbeiten sich die Zuffenhausener nun mit einem Absatzplus von 76 Prozent heraus.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«