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Europäischer Automarkt wächst im Mai nur schwach

| Autor: Andreas Wehner

Mit einem Neuzulassungsplus von 0,6 Prozent ist der Pkw-Markt in Europa im Mai deutlich schwächer gewachsen als im bisherigen Jahresverlauf. Hauptgrund dürfte sein, dass es in vielen Märkten weniger Arbeitstage gab als ein Jahr zuvor.

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(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Der europäische Pkw-Markt ist im Mai kaum gewachsen. Wie der europäische Herstellerverband Acea mitteilte, wurden im vergangenen Monat in den Staaten der EU und Efta 1,443 Millionen Pkw neu registriert. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Mai 2017. Ein wesentlicher Grund für das schwache Wachstum dürfte ein Kalendereffekt sein. In den meisten Märkten fehlten im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat ein oder gar zwei Verkaufstage. Nach fünf Monaten liegt der Pkw-Markt in Europa mit 7,077 Millionen Neuzulassungen um 2,2 Prozent im Plus.

Unter den fünf wichtigsten europäischen Märkten entwickelte sich Spanien im Mai am besten. Dort stiegen die Neuzulassungen um 7,2 Prozent. Auch Großbritannien legte mit plus 3,4 Prozent deutlich zu. Frankreich übertraf mit plus 0,1 Prozent nur ganz knapp das Niveau des Vorjahresmonats. Dagegen gingen die Verkäufe in Italien um 2,8 Prozent und in Deutschland sogar um 5,8 Prozent zurück.

Unter den Hersteller legte Jeep im vergangenen Monat am deutlichsten zu. Das FCA-Fabrikat verbuchte im Vergleich zum Mai 2017 mehr als doppelt so viele Neuzulassungen (+101,3 %). Auch Jaguar (+27,1 %) und Seat (+25,3 %) legten deutlich zu. Den deutlichsten Rückgang weist die Acea-Statistik mit minus 15,7 Prozent dagegen für Nissan aus.

„Obwohl es im Mai auf dem EU-Markt kaum noch aufwärts ging, ist die Lage in den meisten europäischen Ländern immer noch gut – immerhin wurde bei weniger Verkaufstagen das höchste Absatzniveau seit elf Jahren erreicht“, kommentierte Peter Fuß, Partner beim Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY), die Entwicklung.

Allerdings sieht Fuß auch zunehmende Risiken: „Es ziehen dunkle Wolken auf. Die politischen Risiken haben zuletzt zugenommen, vor allem für die Eurozone aufgrund der Schuldenkrise in Italien und für den transatlantischen Handel.“ Ein nur schwer zu kalkulierendes Risiko für den Neuwagenabsatz sei zudem die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP. Die ab September geltenden Regelungen sorgen bei einigen Herstellern aktuell dafür, dass einige Modelle nicht bestellbar sind, bei anderen dürfte sich die Markteinführung verzögern. „Ein derart eingeschränktes Neuwagenangebot wird sich mit Sicherheit in sinkenden Neuzulassungen niederschlagen“, erwartet Fuß. Hinzu komme in Deutschland das Auslaufen der Umtauschprämien für ältere Diesel, die zuletzt vor allem die Privatnachfrage angekurbelt hatten.

Fuß rechnet vor diesem Hintergrund mit einer eher schwachen zweiten Jahreshälfte, sodass insgesamt in diesem Jahr EU-weit wohl höchstens ein Absatzwachstum von einem Prozent möglich sei.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«