ACEA Europäischer Pkw-Markt erholt sich weiter

Autor: Jens Rehberg

Ein Jahr nach dem Corona-Einbruch kommt der Automarkt in Europa mit deutlichen Steigerungsraten zurück. Das Vorkrisenniveau ist allerdings noch lange nicht erreicht.

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VW brachte im Mai europaweit knapp 127.000 Neuwagen (+82% zum Vorjahremonat) in den Verkehr.
VW brachte im Mai europaweit knapp 127.000 Neuwagen (+82% zum Vorjahremonat) in den Verkehr.
(Bild: Volkswagen)

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in den europäischen Märkten ist im Mai im Vergleich zum Vorjahr um knapp 74 Prozent angestiegen. Dies teilte der europäische Herstellerverband Acea am Donnerstag in Brüssel mit. Insgesamt kamen damit rund 1,08 Millionen Autos auf die Straße. Diese Zahl liegt allerdings immer noch weit unter dem Vorkrisenniveau: Im Mai 2019 wurden in Europa rund 1,44 Millionen Autos zugelassen.

Spektakulär war der Anstieg im Mai in Großbritannien – dort wurden nach gerade mal gut 20.000 Neufahrzeugen im Vorjahr im letzten Monat wieder knapp 157.000 Einheiten neu registriert. Auch Spanien erholte sich sehr deutlich (rund 95.400 Pkw / +178 %) – Frankreich, Italien und Deutschland verzeichneten hohe zweistellige Zuwachsraten. Mit Blick auf den bisherigen Jahresverlauf wurden auf den Straßen Europas damit in den ersten fünf Monaten 2021 knapp ein Drittel mehr neue Autos zugelassen als noch vor einem Jahr.

Bei den Herstellern konnten vor allem BMW (+96%) und Volkswagen (+94%) im vergangenen Monat sehr viel Volumen aufholen. Von den Volkswagen-Fabrikaten steigerte sich Seat mit 168 Prozent am stärksten – die Marke kommt europaweit damit aktuell auf einen Marktanteil von über 4 Prozent. Opel/Vauxhall legte bei den Neuzulassungszahlen im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 75 Prozent zu. Daimler verzeichnete einen Anstieg um 49 Prozent.

Das einzige relevante Fabrikat mit einem europaweiten Minus zum Vorjahresmonat war Mitsubishi. Die Japaner haben damit aktuell nur noch einen Marktanteil von 0,6 Prozent.

Halbleiterkrise schlägt durch

„Zwar gewinnt die Konjunktur an Fahrt. Allerdings führt der Mangel an Halbleitern inzwischen zu so erheblichen Produktions- und Absatzeinbußen, dass es immer wahrscheinlicher wird, dass der Neuwagenmarkt auch im Gesamtjahr 2021 deutlich unter dem Vorkrisenniveau liegen wird“, kommentierte Unternehmensberater Peter Fuß (Ernst & Young) die jüngsten ACEA-Zahlen am Donnerstag. Nachholeffekte dürften seiner Ansicht nach erst im kommenden Jahr sichtbar werden.

Zudem blieben die Kunden mit Autokäufen zurückhaltender als ursprünglich erwartet, obwohl viele Verbraucher nicht zuletzt aufgrund ausgefallener Urlaubsreisen im vergangenen Jahr derzeit relativ viel Geld auf der hohen Kante hätten.

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