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Europas Automarkt stagniert

| Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Der europäische Automarkt hat ein schwaches zweites Halbjahr 2018 hinter sich. Nach Zuwächsen in den ersten Monaten kam es im Gesamtjahr damit letztlich zu einer Stagnation. Auch die deutschen Hersteller taten sich schwer.

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Laut Acea wurden 2018 15.624.486 Autos in Europa neu zugelassen.
Laut Acea wurden 2018 15.624.486 Autos in Europa neu zugelassen.
(Foto: Grimm)

Der europäische Automarkt gibt weiter nach. Im Dezember 2018 sank die Pkw-Nachfrage den vierten Monat in Folge, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch mit. Die Zahl der Neuregistrierungen im letzten Monat des vergangenen Jahres sank um 8,7 Prozent auf 1.038.984 Fahrzeuge (EU + EFTA).

Die Nachfrage ging in vier der fünf Hauptmärkte zurück, und zwar in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Nur Italien koppelte sich unter den Hauptmärkten mit einem Wachstum von 2 Prozent vom Trend ab.

Unter den deutschen Herstellern verzeichnete Volkswagen im Dezember ein Minus von 8,7 Prozent. Während die Hauptmarke VW selbst mit einem Rückgang um 5,9 Prozent etwas besser abschnitt, belasteten die Marken Audi (-17,7%), Seat (-13,2%) und Porsche (-15,0%) die Absatzentwicklung des Konzerns.

BMW konnte das Minus mit 8,2 Prozent dank eines nahezu stabilen Absatzes beim Mini (-0,6%) ebenfalls im marktkonformen Bereich halten. Die Hauptmarke BMW sackte allerdings um 10,1 Prozent ab. Daimler stemmte sich mit einem Plus von 8,9 Prozent gegen den Trend. Dies gelang allerdings nur mit Hilfe eines noch größeren Anstiegs von 11,5 Prozent bei der Hauptmarke Mercedes. Der Smart-Absatz ging hingegen um 10,8 Prozent zurück.

Gesamtjahr: Volvo top, Nissan schwächelt

Aufgrund der mauen zweiten Jahreshälfte, die unter anderem auf die Probleme der Autoindustrie mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP zurückzuführen ist, kam es auf das gesamte Jahr 2018 gesehen zu einer Stagnation in Europa. Insgesamt verzeichnete der Acea-Verband 15.624.486 Neuzulassungen (-0,04 %).

Größte Verlierer waren im vergangenen Jahr der britische Automarkt und Schweden (jeweils -6,8 %). Das größte Wachstum verzeichneten Litauen (+25,4 %) und Rumänien (+23,1 %).

Von den einzelnen Herstellern lag die PSA-Group beim Zuwachs ganz vorne (+32,5 %), allerdings ist dabei zu beachten, dass Opel 2018 erstmals für ein gesamtes Jahr zu den Franzosen gehörte und damit das Absatzvolumen entscheidend nach oben zog. Ohne solcherlei Sondereffekte verbuchte Volvo das größte Plus (+6,1 %). Die größten Verluste musste dagegen Nissan hinnehmen (-12,8 %). Die deutschen Hersteller schlugen sich 2018 durchwachsen. Volkswagen übertraf das eigene Vorjahresniveau knapp (+0,4 %), Daimler (-2,3 %) und BMW (-1,0 %) verkauften weniger Autos als noch 2017.

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