Automechanika Eurorepar will zurück auf den Wachstumspfad

Autor: Jan Rosenow

Gegründet noch im PSA-Konzern, haben das Vertriebs- und Logistikkonzept Distrigo und die Werkstattkette Eurorepar Car Service durch die Übernahme von Opel und die Integration in Stellantis erheblich an Schlagkraft gewonnen.

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420 Eurorepar-Werkstätten gibt es derzeit in Deutschland – nach der Automechanika sollen es deutlich mehr werden.
420 Eurorepar-Werkstätten gibt es derzeit in Deutschland – nach der Automechanika sollen es deutlich mehr werden.
(Bild: Stellantis)

Der Stellantis-Konzern ist einer der wenigen Autohersteller, der auf der Automechanika Digital Plus ausstellt – hieran sieht man, wie wichtig dem Konzern das markenübergreifende Ersatzteil- und Werkstattgeschäft ist. Dafür stehen die beiden Marken Distrigo (die vom Hersteller autorisierte Vertriebsmarke für Originalteile und Mehrmarken-Ersatzteile) und Eurorepar Car Service (ein Franchise-Netz von markenunabhängigen Werkstätten). Beide wurden noch im PSA-Konzern kreiert. Der erste große Wachstumsschub für Distrigo resultierte aus der Übernahme von Opel durch PSA. Durch die Integration in den Stellantis-Konzern dürfte ihre Bedeutung noch wachsen.

Distrigo ist so etwas wie der interne Teilegroßhändler der Stellantis-Gruppe. Davide Ivac, Direktor Teile und Service, erklärt den aktuellen Stand: „Opel ist jetzt vollständig in Distrigo integriert. Distrigo vertreibt das ganze Portfolio an Opel-Originalteilen.“ Das Angebot umfasst ein Vollsortiment für Elektrofahrzeuge und bietet Serviceleistungen zum Einbau von Wallboxen an – sowohl für Werkstätten als auch für Endkunden.

Ebenfalls erweitert wird das Circular-Economy-Sortiment an wiederaufbereiteten, reparierten und wiederverwendeten Teilen. Hinzu kommt ein Reparaturangebot für Automatikgetriebe in Zusammenarbeit mit dem Getriebeproduzenten Aisin, das für alle Reparaturbetriebe bestimmt ist. Neue Zulieferer runden das Sortiment insbesondere bei Karosserie- und Mechanikteilen ab.

Zweite Generation der Eurorepar-Sommerreifen

Um Eurorepar hingegen war es in den letzten Jahren recht still. Zur Automechanika 2018 konnte das Netzwerk stolz den 400. Partnerbetrieb in Deutschland vermelden, doch seither sind nur noch rund 20 hinzugekommen. Den Automechanika-Auftritt will das Werkstattkonzept nun nutzen, um wieder verstärkt neue Partnerwerkstätten zu gewinnen. Nicht auszuschließen, dass diese sich in größerer Zahl aus heutigen Fiat-, Opel-, Peugeot- oder Citroën-Händlern rekrutieren werden, nachdem Stellantis all seinen Markennetzen Ende Mai gekündigt hatte. Schon zu Beginn des Eurorepar-Netzes hatte dies einer großen Zahl gekündigter PSA-Vertreter eine neue Heimat geboten.

Neue Dienste für Eurorepar-Partner sind unter anderem E-Payment-Zahlungsmöglichkeiten, das Spoticar-Gebrauchtwagenprogramm und eine erweiterte Marketingplattform. Doch die Marke Eurorepar wird im Stellantis-Konzern nicht nur für das Werkstattkonzept genutzt, sondern auch als günstige Ersatzteilmarke. Deren Sortiment wird aktuell durch die zweite Generation von Eurorepar-Sommerreifen und ein größeres Angebot an Motoren- und Getriebeölen erweitert. Eurorepar umfasst nun mehr als 60 Produktgruppen und 15.000 Teilenummern.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group