Ex-FCA-Manager muss 5,5 Jahre ins Gefängnis

Autor: Christoph Seyerlein

Mit Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe hatte Alphons Iacobelli jahrelang arbeitgeberfreundliche Verträge für FCA bei der US-Gewerkschaft UAW herausgeholt. Die Quittung bekam der ehemalige Personalchef des Autoherstellers nun vor Gericht.

(Bild: FCA)

Ein Korruptionsskandal hat für den ehemaligen Personalchef von Fiat Chrysler, Alphons Iacobelli, Folgen. US-Richter Paul Borman verurteilte den Manager zu fünfeinhalb Jahren Haft. Iacobelli war in seinen Augen eine treibende Kraft in einer Schmiergeldaffäre zwischen FCA und der US-Gewerkschaft United Auto Workers (UAW).

Demnach hatten mehrere UAW-Funktionäre zwischen 2009 und 2015 insgesamt 1,5 Millionen Dollar von Iacobelli angenommen. Im Gegenzug hat die Gewerkschaft in FCA-Arbeitsverträgen arbeitgeberfreundliche Klauseln akzeptiert. Zu den geschmierten Personen zählte unter anderem UAW-Vizepräsident General Holifield, der 2015 verstarb.

Iacobelli hatte 2015 sein Karriereende bekannt gegeben. Als der Betrug im Juli 2017 aufflog, distanzierte sich FCA von seinem früheren Manager. Der heute 59-Jährige gestand wenig später seine Verwicklung, was ihm nun eine noch höhere Strafe erspart haben dürfte. Allerdings läuft gegen ihn auch noch ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Dabei geht es um eine Summe von 835.000 Dollar.

Zum Korruptionsskandal hatte Iacobelli ausgesagt, er sei wissentlich Teil einer Verschwörung zwischen UAW und FCA geworden. Diese Aussage warf Fragen auf, ob auch weitere Topmanager in die Affäre verwickelt gewesen sein könnten. Auch die Rolle des kürzlich verstorbenen FCA-Chefs Sergio Marchionne geriet in den Fokus, ermittelt wurde gegen ihn allerdings nicht.

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«