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Ex-ZF-Vorstandschef Sommer heuert bei Volkswagen an

| Autor / Redakteur: dpa / Jakob Schreiner

Nach dem Abgang des Einkaufschefs Francisco Javier Garcia Sanz im April war die Position bis dato unbesetzt. Jetzt wird der Vorstandsposten zum Jahresende vom ehemaligen ZF-Chef Stefan Sommer übernommen.

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Stefan Sommer hat einen neuen Job gefunden.
Stefan Sommer hat einen neuen Job gefunden.
(Bild: Felix Kaestle)

Neuer Einkaufschef für Volkswagen: Der ehemalige Vorstandschef des Zulieferers ZF, Stefan Sommer, wechselt zum Autobauer. Dort übernimmt er nach DPA-Informationen zum Jahreswechsel die Verantwortung für Beschaffung und die Komponentenwerke im Konzernvorstand. Darüber berichteten auch das „Handelsblatt“ sowie „Auto Motor und Sport“. Damit folgt der ehemalige ZF-Chef auf den langjährigen VW-Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz, der Volkswagen im April auf eigenen Wunsch verlassen hatte.

Der Hersteller sagte zu der Personalie nur, dass es Sache des Aufsichtsrates sei, über die Nachfolge von Garcia Sanz zu entscheiden. Dieser wollte dem „Handelsblatt“ zufolge am Montagabend tagen. Volkswagen würde damit eine Lücke im Konzernvorstand schließen. Fast alle Vorstandsmitglieder – bis auf zwei – wurden damit erst nach Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 berufen. Auch Sommer kommt unbelastet nach Wolfsburg.

Der 55-Jährige hatte im vergangenen Dezember wegen eines Streits über die künftige Ausrichtung des Konzerns mit dem wichtigsten ZF-Eigentümervertreter – dem Bürgermeister der Stadt Friedrichshafen – bei ZF hingeworfen. Sommer hatte den Chefposten bei dem Autozulieferer im Mai 2012 übernommen.

Sommer erhält mehr Macht als Sanz

Jetzt erhält der Manager bei VW nicht nur mehr Macht als sein Vorgänger, auf den Zuliefer-Experten warten auch große Aufgaben: Im vergangenen Oktober war bekanntgeworden, dass Volkswagen die hausinternen Zuliefer- und Komponentenwerke in einer eigenen Sparte bündelt. Darüber hinaus sieht der im April vom neuen Konzernchef Herbert Diess angestoßene Konzernumbau vor, den Einkauf und die Komponentenwerke in der Einheit Beschaffung/Komponente zusammenzufassen. Damit soll der Konzern künftig weniger zentral geführt werden.

Sommer wird in seinem neuen Job also nicht nur für die Beschaffung, sondern auch für die Komponentenwerke zuständig sein. Zu der Sparte zählen weltweit 56 Fabriken etwa für Getriebe, Motoren und Fahrwerkelemente mit rund 80.000 Beschäftigten. Ziel der eigens geschaffenen Sparte ist es früheren Angaben zufolge, das interne Geschäft mit Bauteilen, die auch in Modellen von VW-Töchtern Verwendung finden, auch mit Blick auf die E-Mobilität effizienter zu machen. Ein Verkauf oder Börsengang sind nicht geplant.

In der Sparte Beschaffung muss sich Sommer etwa mit dem weiter schwelenden Konflikt zwischen dem Wolfsburger Konzern und der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor mit deren Zuliefergruppe Prevent herumschlagen. Der neue VW-Einkaufschef muss künftig die Seite wechseln – und selber Druck auf Zulieferunternehmen aufbauen.

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