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Experten: Mit SUVs gibt es keine Verkehrswende in Städten

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Ein Thema der Hannover Messe ist die Zukunft der urbanen Mobilität. Bei den meisten Experten herrscht Einigkeit: Um den Verkehrskollaps zu verhindern braucht es nicht nur weniger, sondern auch kleinere Autos.

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Weniger Autos, kleinere Autos und mehr gemeinsame Fahrten – so stellen sich Experten die Verkehrswende in Großstädten vor.
Weniger Autos, kleinere Autos und mehr gemeinsame Fahrten – so stellen sich Experten die Verkehrswende in Großstädten vor.
(Bild: Audi)

Der städtische Verkehr der Zukunft bringt nach Expertenmeinung massive Veränderungen mit sich – weniger Autos, kleinere Autos und mehr gemeinsame Fahrten. Allein die Volkswagen-Tochter Moia habe in Hannover bereits über 80.000 Kunden für die Fahrten in ihren Shuttles, sagte Christian Rosen, bei Moia zuständig für Fahrzeugmanagement und Konzepte, am Dienstag auf der Hannover Messe. Für Raimund Nowak, den Geschäftsführer der Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg ist klar: Mit SUVs ist die urbane Verkehrswende nicht zu schaffen. Er forderte kleine, leichte E-Fahrzeuge für den Verkehr in den Städten.

Aber: das Angebot an elektrischen Kleinfahrzeugen sei schlecht, kritisierte Nowak. Es sei ein Fehler, dass keiner der Hersteller darauf eingestiegen sei. „Wir werden darüber reden müssen: Wie groß muss ein E-Fahrzeug sein?“, betonte er. Gegen den Verkehrsinfarkt in Städten angehen wollen auch Unternehmen wie Moia. Ziel der VW-Tochter ist es, Fahrten der Kunden zu bündeln, das Angebot, das aktuell auf Hannover und Hamburg beschränkt ist, soll bald in weiteren Städten ausgerollt werden.

Das gilt nach Angaben von Johanna Reinhardt auch für den Mitbewerber Clevershuttle, der in sieben deutschen Städten aktiv sei. Potenzial sieht sie etwa in speziellen Mobilitätsangeboten für Senioren, die im öffentlichen Nahverkehr oft Schwierigkeiten hätten. Anbieter wie Moia oder Clevershuttle setzen auf Ride-Sharing – geteilte Fahrten zu niedrigeren Preisen. Die klassischen Autobauer rüsten sich seit einiger Zeit für den Kampf mit Fahrdienst-Plattformen wie Uber.

Conti-Chef: Elektroauto für die Stadt, Brennstoffzelle für die Langstrecke

Elmar Degenhart, Chef des Zulieferers Continental, entwarf in Stuttgart Zukunftsperspektiven für die Autobauer: „Nach 2030 werden die letzten Generationen von Verbrennungsantrieben in Serie gehen. Nach 2040 läuft die Verbrennungstechnologie aus. Ab dem Jahr 2050 ist der automobile Straßenverkehr idealerweise CO2-frei.“

In den nächsten Jahren werde die Antriebsart stärker vom Einsatzzweck abhängen: Das bedeutet, in der Stadt würden andere Antriebe als für Überlandfahrten eingesetzt. Im Stadtverkehr sei der batterieelektrische Antrieb künftig optimal, für größere Autos die Brennstoffzelle.

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