Fachtagung Freie Werkstätten 2016: Keine Angst vor der Zukunft

Veranstaltung fand in diesem Jahr zum 25. Mal statt

| Autor: Norbert Rubbel

Angst vor der Zukunft? Das brauchen Freie Werkstätten keineswegs zu haben, so eines der Ergebnisse der Fachtagung Freie Werkstätten 2016.
Angst vor der Zukunft? Das brauchen Freie Werkstätten keineswegs zu haben, so eines der Ergebnisse der Fachtagung Freie Werkstätten 2016. (Bild: Stefan Bausewein)

Die Anforderungen an die Inhaber und Mitarbeiter von freien Werkstätten werden immer komplexer. Die Digitalisierung, die Fahrzeugvernetzung und das veränderte Verbraucherverhalten sowie neue Werkstatt- und Automobiltechniken zählen heute zu den großen Herausforderungen. Wie die Unternehmer auf diese Trends reagieren und erfolgreich bleiben können, präsentierten die Referenten und Aussteller den rund 390 Teilnehmern der 25. Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe.

Das Motto der Jubiläumsveranstaltung am letzten Oktoberwochenende lautete: „Die Zukunft der freien Werkstätten“. Ein spannendes Thema. Den Fakt ist: Der Servicemarkt wächst nicht mehr. Und die Wartungs- und Reparaturarbeiten sind insgesamt rückläufig.

Zudem zeigten Entwicklungen wie das autonome Fahren, die E-Mobilität und neue Mobilitätskonzepte, dass sich die Kfz-Branche im Wandel befinde, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und betonte: „Die neuen Fahrzeugtechniken sind uns nicht fremd. Wir haben in der Vergangenheit schon so manchen Umbruch erlebt und werden auch diesen meistern.“

Karpinski wies die Tagungsteilnehmer darauf hin, dass sie es in Zukunft mit hochgradig vernetzten Fahrzeugen zu tun bekommen. „In einer digitalen Welt sind die Kunden- und Fahrzeugdaten die neue Währung der Unternehmen. Es muss sichergestellt sein, dass nicht nur die Automobilhersteller Zugriff auf diese Informationen erhalten, sondern auch andere Markteilnehmer“, fordert der ZDK-Präsident.

Eine wesentlich größere Bedeutung als bisher bekommt nach Karpinskis Aussagen die Elektromobilität. In den kommenden Jahren stünden den Kaufinteressenten etliche E-Fahrzeuge deutscher Hersteller mit längeren Reichweiten und kürzeren Batterie-Ladezeiten zur Verfügung. Das werde zu einer Umverteilung bei den Neuzulassungen führen. „Trotzdem ist der Verbrennungsmotor längst nicht tot“, sagte der Verbandspräsident. Damit kritisierte Karpinski den Vorschlag des Bundesvorstands der Grünen, Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren ab 2030 zu verbieten.

Auswirkungen der E-Autos auf das Servicegeschäft

ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk stellte den Fachtagungsteilnehmern die Frage: „Was können wir in Zukunft noch reparieren?“ Er machte den Betriebsinhabern Mut, dass sich die zunehmende Anzahl von Elektrofahrzeugen nicht so negativ auf das Servicegeschäft auswirke wie befürchtet. Auch Elektroautos hätten beispielsweise Karosserien und Windschutzscheiben, die repariert werden müssten. An den batteriebetriebenen Fahrzeugen fielen zwar weniger Wartungsarbeiten an, doch die könnten durch einen Mehraufwand bei den Hybridfahrzeugen kompensiert werden.

Sollte es der Bundesregierung bis 2030 gelingen, rund fünf Millionen Stromer auf Deutschlands Straßen zu bringen, würden die Wartungsumsätze der Kfz-Betriebe von insgesamt 26 Milliarden Euro auf 25,8 Milliarden Euro nur leicht sinken. Das entspricht einem Rückgang von circa einem Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die ZDK-Studie „Elektromobilität“. „In den letzten 25 Jahren war es immer so, dass uns ein Prozent Rendite pro Jahr verlorengegangen ist“, betonte Hülsdonk.

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