Fahrzeugbewertung: Von wegen „kurz und gut“

Etliche würden ihr am liebsten den Garaus machen: der Kurzbewertung. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Dabei spricht einiges gegen das Schnellgutachten. Was, das erläutert der Fachanwalt für Verkehrsrecht und Oldiekenner, Dr. Götz Knoop.

| Autor: Steffen Dominsky

Viele Oldtimerbesitzer verzichten auf ein „anständiges“ Gutachten und geben lediglich eine „Kurzbewertung“ in Auftrag. Bei 100 bis 150 Euro dürfte klar sein, dass diese vielfach nur ein Kompromiss sein kann – nicht selten ein fauler.
Viele Oldtimerbesitzer verzichten auf ein „anständiges“ Gutachten und geben lediglich eine „Kurzbewertung“ in Auftrag. Bei 100 bis 150 Euro dürfte klar sein, dass diese vielfach nur ein Kompromiss sein kann – nicht selten ein fauler. (Bild: Thomas Ernsting/TÜV Rheinland)

Rund 80 Prozent aller Oldtimergutachten sind sogenannte Kurzbewertungen. Die gibt es in der Regel bereits für 100 bis 150 Euro. Verständlich, dass viele Classic-Car-Besitzer da zugreifen. Die meisten Versicherer geben sich mit einem solchen zufrieden. Doch Hand aufs Herz: Wer Zehntausende Euro für eine Restaurierung ausgegeben hat, der muss zum Schluss, wenn es um die sprichwörtliche Wertschätzung seiner beziehungsweise der Arbeit anderer geht, das Sparen anfangen? Das kann bzw. sollte nicht sein. Die 200, 300 Euro mehr für ein „richtiges“ Gutachten sind für jeden Oldiebesitzer gut investiertes Geld. „Schauen wir uns einmal aus juristischer Sicht an, ob es wirklich eine gute Idee ist, ein Kurzgutachten erstellen zu lassen, und ob der Gutachter damit nicht sogar ein Risiko eingeht. Außerdem möchte ich aufzeigen, was ein Gutachten zu einem juristisch guten und sinnvollen Gutachten macht“, klärt Dr. Götz Knoop, Fachanwalt für Verkehrsrecht und „Spezialist im Oldtimerrecht“ auf.

So ist der Auftrag an einen Gutachter, eine Kurzbewertung zu erstellen, ein Werkvertrag. Ähnlich wie bei einem Kaufvertrag definiert sich die Frage, ob das Werk – hier also das Gutachten – eventuell mangelhaft ist, im Wesentlichen danach, welche Aufgabe das Gutachten erfüllen soll. Kommt der Kunde in einer Ankaufssituation auf den Gutachter zu – er möchte ein Fahrzeug erwerben –, muss der überprüfen, ob das Fahrzeug den Wünschen des potenziellen Käufers sowie der vom Verkäufer gelieferten Beschreibung tatsächlich entspricht.

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