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Fahrzeugfinanzierung: Günstig ist nicht gleich gut

Autor / Redakteur: Dr. Frank Stenner / Joachim von Maltzan

Lange Laufzeiten, niedrige Zinsen und geringe Monatsraten – so sehen viele Kredit- angebote in der Werbung aus. Doch für den Kunden und auch für das Autohaus sind sie häufig nicht die beste Wahl.

Die verschiedenen Stellschrauben können die Kosten eines Autokredits entscheidend verändern.
Die verschiedenen Stellschrauben können die Kosten eines Autokredits entscheidend verändern.
(Bild: © PhotographyByMK - stock.adobe.com)

Wer im Internet nach einer passenden Finanzierung für den Fahrzeugkauf sucht, findet eine Vielzahl von Kreditangeboten mit Laufzeiten von 84 Monaten und einem attraktiven Zinssatz, der aber nur für die beste Bonitätseinstufung gilt. So ist für einen Kredit von 20.000 Euro aktuell (Stand 28.1.20) eine Monatsrate von rund 255 Euro fällig. In dem Zeitraum von sieben Jahren zahlt der Kunde bei bester Bonität mit einem Effektivzinssatz von 1,99 Prozent der Bank insgesamt 21.442 Euro zurück. Im Falle einer schlechteren Bonitätseinstufung kann der Zinssatz aber auch 7,99 Prozent betragen. Dann wird eine Monatsrate von 312 Euro fällig, und der Rückzahlungsbetrag an die Bank steigt auf 26.176 Euro.

Sucht derselbe Kunde gezielt nach einer kürzeren Laufzeit, wie zum Beispiel 36 Monate, dann verlangt die kreditgebende Bank im besten Fall eine Monatsrate von circa 573 Euro und im Fall schlechter Bonität eine Rate von 627 Euro. Für den Kredit muss der Darlehensnehmer über die Laufzeit dann insgesamt 20.620 Euro bzw. 22.559 Euro an die Bank zurückzuzahlen. Vergleicht man den Vorteil einer niedrigen Monatsrate bei langer Laufzeit mit dem dafür erforderlichen höheren Gesamtaufwand, so führt im Falle der Topbonität die Verlängerung der Kreditlaufzeit um vier Jahre zu einer Ratenkürzung um 318 Euro und zu einem Mehraufwand von 822 Euro. Bei der schlechteren Bonität führt die Ratenkürzung um 315 Euro zu einem Mehraufwand von 3.617 Euro.