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Fall Ghosn: Frankreich will kommissarische Führung für Renault

| Autor / Redakteur: dpa / Jakob Schreiner

Da Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn aufgrund seiner Haft nicht in der Lage sei, die Geschicke des Autobauers zu lenken, will der französische Staat einspringen. Einen entsprechenden Beschluss soll der Verwaltungsrat möglichst schnell fassen.

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Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn wurde am Montag verhaftet.
Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn wurde am Montag verhaftet.
(Bild: Renault)

Nach der Verhaftung von Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn in Japan wird der Verwaltungsrat von Renault am Dienstagabend zusammenkommen. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens der Deutschen Presse-Agentur in Paris. Zur Information des Radio-Nachrichtensenders Franceinfo, wonach das Treffen um 19.00 Uhr beginnen soll, äußerte sie sich nicht.

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hatte den Verwaltungsrat unmissverständlich aufgefordert, rasch zusammenzutreten und eine kommissarische Führung für Renault einzusetzen. Ghosn sei derzeit nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen. Der französische Staat hält 15 Prozent der Anteile bei Renault und ist damit ein zentraler Akteur in der Krise.

Ghosn war am Montag wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen verhaftet worden. Internen Ermittlungen zufolge sollen Ghosn und ein weiterer Manager ihre Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall zu niedrig beziffert haben. Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Yen (rund 40 Mio. Euro) Einkommen zu wenig angegeben.

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