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Falsche Abgassoftware: BMW soll zehn Millionen Euro Bußgeld zahlen

| Autor: Andreas Wehner

BMW hat bei 7.600 Fahrzeugen eine falsche Abgassoftware installiert. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler nicht von Betrug, sondern von einem Versehen aus. Somit wäre die Sache mit einem Bußgeld aus der Welt geschafft.

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(Foto: Wehner)

Auch bei BMW ermittelt seit einem halben Jahr die Staatsanwaltschaft wegen einer falschen Abgassoftware. Gegen eine Zahlung von zehn Millionen Euro könnte das Verfahren nun beendet werden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Die Ermittler haben keine Hinweise auf vorsätzlichen Betrug gefunden und gehen stattdessen von einem Versehen aus.

Das Bußgeld werde auf Basis des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG), heißt es in dem Bericht. Das OWiG sehe Bußgelder dann vor, wenn in einem Unternehmen Aufsichtspflichten verletzt werden. Das sehen die Ermittler offenbar als gegeben an: Hätten die Verantwortlichen aufgepasst, wäre keine falsche Software aufgespielt worden.

Im Februar hatte BMW selbst das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) über Unregelmäßigkeiten informiert. Schon damals ging der Hersteller von einer „fehlerhaften Softwarezuordnung und nicht von einer gezielten Manipulation der Abgasreinigung“ aus. Der Autobauer hatte eigenen Angaben zufolge auf zwei Modelle der 5er- und der 7er-Baureihe eine Software aufgespielt, die für die SUV-Modelle X5 und X6 mit dem gleichen Motor entwickelt worden war. Damals war von über 11.000 betroffenen Fahrzeugen die Rede, inzwischen gehen die Behörden von 7.600 Autos aus.

Zahlt BMW oder kommt es zum Prozess?

Die Staatsanwaltschaft München I hatte daraufhin Ermittlungen eingeleitet und Räumlichkeiten in der BMW-Konzernzentrale sowie in einem Entwicklungszentrum durchsucht. Für die betroffenen Fahrzeuge ordnete das KBA einen Rückruf an.

Ob BMW das Bußgeld zahle oder es auf einen Prozess ankommen lasse, sei noch nicht klar, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Weder der Autobauer noch die Staatsanwaltschaft wollten sich gegenüber dem Blatt äußern, weil das Verfahren noch läuft.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«