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FAS: Kalibrieren statt probieren

| Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

„Irgendwie“ und „passt schon“ sind selten gute Reparaturlösungen. Schon gar nicht im Fall von Fahrerassistenzsystemen. Denn die gehören zwingend überprüft, wenn man an diversen Karosserie- oder Fahrwerksteilen Hand angelegt hat.

Auch die Würth Online World (WOW) bietet nun ein Kalibriersystem für Fahrerassistenzsysteme an, das Werkstätten bei zahlreichen Marken und Modellen einsetzen können.
Auch die Würth Online World (WOW) bietet nun ein Kalibriersystem für Fahrerassistenzsysteme an, das Werkstätten bei zahlreichen Marken und Modellen einsetzen können.
(Bild: WOW)

Butter: Wer lässt sich die schon gerne vom Brot nehmen?
„Der eine oder andere Kfz-Betrieb!“, ist man geneigt zu sagen – etwa beim Thema Scheibenreparatur. Das haben etliche Betriebe Carglass und Co. überlassen. Und der bekannte Scheibenriese gibt weiter Gas, bietet jetzt auch das Kalibrieren von Fahrerassistenzsystemen (FAS) an – konkret die von Kameras hinter Windschutzscheiben. Doch dabei soll es nicht bleiben. Da das Unternehmen seine „Kompetenzcentren“ (siehe Ausgabe 22/2019) ausbauen und auslasten möchte und das nötigte Equipment „eh schon“ besitzt/besitzen wird, ergibt sich folgende Situation: Künftig wird Carglass auch weitere Systeme wie Radar und Lidar kalibrieren und justieren können.

Und genau dieses Können möchte der Konzern auch Dritten, also nicht nur eigenen Scheibenkunden, als Dienstleistung anbieten. Heißt: Er wird auch hier in Wettbewerb zu Werkstätten treten. Inwieweit sich für den einzelnen Betrieb umgekehrt die Investition in ein entsprechendes Kalibriersystem rechnet, muss jeder selbst entscheiden. Fakt aber ist: Auch wenn der Trend mittel- bis langfristig weg von anzulernenden hin zu selbstlernenden Sensoren geht, werden Werkstätten noch etliche Jahre Kameras und Co. kalibrieren dürfen. Zumal bei einigen Fahrzeugherstellern beides möglich ist: statisches wie auch dynamisches Anlernen. Und da kann ersteres durchaus im Alltag punkten – es geht oft wesentlich schneller.