Fast jeder Vierte hat wegen Corona auf Werkstatt-Besuch verzichtet

Autor: Christoph Seyerlein

Aufgrund der Corona-Pandemie haben viele Kunden ihre geplanten Werkstatt-Besuche im März und April nicht wahrgenommen. Nach dem Ende des Lockdowns dürfte sich die Lage für viele Betriebe nun aber wieder etwas entspannen.

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Auch an Werkstätten ging der Corona-Lockdown nicht spurlos vorbei.
Auch an Werkstätten ging der Corona-Lockdown nicht spurlos vorbei.
(Bild: Auto Diewald)

Anders als die Verkaufsräume durften Kfz-Werkstätten während des Corona-Lockdowns durchgängig geöffnet bleiben. Dennoch hatten die staatlich angeordneten Schutzmaßnahmen auch für viele Werkstatt-Betreiber negative Auswirkungen auf das Geschäft. Das unterstreicht nun die Auswertung einer Umfrage der Deutschen Automobil Treuhand (DAT).

Wilhelm Hülsdonk, ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, sagte der DAT, die monatlich gemessene Quote der Werkstattauslastung habe im April um 18 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres gelegen.

Von insgesamt 1.038 befragten Autofahrern gaben 71 Prozent an, dass für ihr Fahrzeug im März oder April ein Werkstattaufenthalt geplant war. Mit 23 Prozent jener Gruppe verschob allerdings fast jeder Vierte seinen Servicetermin. Hauptgrund war laut der DAT die Angst vor einer Infektion, gefolgt von finanziellen Gründen und der zurückgegangenen Nutzung.

Letztere kann die DAT ebenfalls mit Daten belegen. Aus der Umfrage ging hervor, dass die befragten Pkw-Halter in den beiden zurückliegenden Monaten ihr Auto spürbar weniger genutzt haben. Durchschnittlich sank die Kilometerfahrleistung um ein Viertel. Allerdings griffen die Umfrageteilnehmer mehrheitlich auch kaum zu Alternativen. Der Aussage „Ich nutze in der aktuellen Situation deutlich weniger den ÖPNV“ oder „Ich habe in der Vergangenheit den ÖPNV nicht genutzt und auch in Zukunft nicht“ stimmten 77 Prozent zu.

Hoffnung auf Besserung

Eine Hoffnung der Kfz-Branche besteht darin, dass das eigene Auto aufgrund der höheren Ansteckungsgefahr in öffentlichen Verkehrsmitteln an Zuspruch gewinnen könnte. Auch dazu lieferte die DAT Daten: Demnach spielen zwölf Prozent der Befragten mit dem Gedanken, sich wegen der Pandemie ein zusätzliches Fahrzeug anzuschaffen. Besonders häufig befassen sich aktuell damit Pkw-Halter mit Kindern (24 % Zustimmung) und 30- bis 39-Jährige (29 % Zustimmung).

Im Service-Geschäft rechnet Wilhelm Hülsdonk aufgrund der zunehmenden Lockerungen im Alltag mit einer Entspannung der Lage. „Ich gehe davon aus, dass mit den nach und nach vollzogenen Lockerungen in der Corona-Krise sowie den Aussichten, auch wieder zumindest mit dem Auto hier in Deutschland oder dem benachbarten Ausland Urlaub machen zu können, die Kunden ihren Fahrzeugen wieder mehr Aufmerksamkeit widmen und zum Beispiel den Urlaubscheck am Auto durchführen lassen“, sagte der Bundesinnungsmeister.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«