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Faurecia: Rußfilter für Benziner

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Mit der Abgasnorm Euro 6c sinkt die erlaubte Partikelemission für Ottomotoren um 90 Prozent. Viele Autos brauchen dann einen Partikelfilter.

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Der Rußfilter für Benziner ist bei Faurecia schon in Serie.
Der Rußfilter für Benziner ist bei Faurecia schon in Serie.
(Foto: Faurecia)

Wenn im Jahr 2017 die Abgasnorm Euro 6c in Kraft tritt, ist für Ottomotoren mit Direkteinspritzung nur noch ein Zehntel des derzeitigen Rußpartikelausstoßes erlaubt – gemessen an der Zahl der Teilchen. Das ist die gleiche Menge, wie sie beim Diesel erlaubt ist, und wird für viele Fahrzeuge die Anwendung eines Partikelfilters unvermeidlich machen. Der französische Abgastechnik-Zulieferer Faurecia startete daher bereits 2011 mit der Entwicklung und konnte im vergangenen Jahr die Serienproduktion des weltweit ersten Benzinpartikelfilters für eine europäische Premiummarke beginnen.

„Rußpartikel sind kein spezifisches Dieselproblem“, erklärt Emmanuel Jean, Emissionsexperte bei Faurecia Emissions Control Technologies. „Auch Benziner, darunter besonders die Motoren mit Direkteinspritzung, erzeugen Partikel.“ Da sich der Kraftstoff erst im Brennraum mit Luft mischt, kann es passieren, dass einzelne Tröpfchen nicht vollständig verdampfen. Infolgedessen verbrennen sie nicht komplett und verlassen den Motor in Form kleinster Rußpartikel.

Der Filter hat auch Nachteile

Hinzu kommt: Die Anzahl der Fahrzeuge mit Direkteinspritzung, die die gleiche Leistung bei kleineren Hubräumen erlaubt und 15 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht, steigt stark an. „2016 wird allein in Europa jeder zweite Benzin-Pkw ein Direkteinspritzer sein“, lautet die Prognose von Jean. „Der Trend geht ganz klar zum Downsizing von Motoren, um Sprit zu sparen und Emissionen zu reduzieren.“ Nicht nur deshalb rechnen die Experten bei Faurecia mit einer steigenden Nachfrage: Außerdem seien Benzinpartikelfilter günstiger in der Herstellung als bei Dieseln und würden sich entsprechend schnell durchsetzen können.

Nicht verschwiegen werden sollten allerdings die Nachteile des Filters: Durch den erhöhten Abgasgegendruck dürfte der Kraftstoffverbrauch steigen und die thermische Belastung des Turboladers größer werden. Deshalb versuchen viele Autohersteller, die Euro-6c-Limits auch ohne Filter einzuhalten – beispielsweise durch eine verbesserte Direkteinspritzung. Bosch arbeitet derzeit an einer Anlage mit 350 bar Einspritzdruck, die die Rußemission des Ottomotors deutlich verringern soll.

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