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FAZ: Bei Volkswagen fallen zigtausende Stellen weg

| Autor / Redakteur: cs/dpa / Christoph Seyerlein

Konzern-Personalchef Karlheinz Blessing kündigt einen massiven mittel- bis langfristigen Stellenabbau bei Volkswagen an. Hauptgrund dafür soll allerdings nicht die Abgas-Affäre sein.

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Bei VW werden in den kommenden Jahren wohl zahlreiche Stellen gekürzt.
Bei VW werden in den kommenden Jahren wohl zahlreiche Stellen gekürzt.
(Bild: VW)

Volkswagen will in den kommenden Jahren weltweit eine fünfstellige Zahl an Stellen abbauen. Das kündigte Personalchef Karlheinz Blessing in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) an. „Wir machen uns nichts vor. Es geht nicht darum, ein paar hundert Arbeitsplätze abzubauen“, sagte Blessing. Allerdings hält Wolfsburg weiter an der bisherigen Linie fest und schließt betriebsbedingte Kündigungen aus.

Vielmehr will Blessing den geplanten Abbau größtenteils über natürliche Fluktuation schultern. „Unterm Strich werden wir in einigen Jahren weniger Mitarbeiter beschäftigen – allein schon, weil bald die Generation der Babyboomer in Rente geht. Wo es darüber hinaus nötig wird, werden wir Altersteilzeit anbieten“, zitiert die FAZ Blessing. Im Übrigen würden durch die Transformation bei Volkswagen auch neue Aufgaben entstehen. Dafür qualifiziere der Konzern seine Mitarbeiter und stelle auch neue ein.

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Die Abgas-Affäre spielt laut Blessing beim Personalabbau eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sei VW durch Elektromobilität, autonomes Fahren und Digitalisierung zu den Veränderungen gezwungen. Der Konzern müsse sich „vom Automobilhersteller zum Mobilitätsdienstleister“ wandeln. Dies erfordere hohe Investitionen, durch die Diesel-Thematik würde VW aktuell aber ein „beträchtlicher Teil“ der dafür benötigten Mittel fehlen, so Blessing. Deshalb gehe es beim Zukunftspakt von Volkswagen darum, „die Effizienz und Produktivität zu steigern und Volkswagen auf demographisch angepasstem Beschäftigungsniveau wettbewerbsfähiger zu machen.“

Management und Betriebsrat des größten europäischen Autobauers verhandeln bereits seit mehreren Wochen über den Zukunftspakt. Dabei gab es immer wieder widersprüchliche Informationen über den Stand der Gespräche. Bis zur nächsten Etat-Planungsrunde Mitte November soll der Pakt stehen.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte vom Konzern unter anderem Investitionen in eine eigene Batteriefertigung gefordert, um den Wegfall von Posten in anderen Bereichen halbwegs zu kompensieren. Das Management hält bislang allerdings wenig von dieser Idee. „So einen Blödsinn machen wir sicherlich nicht“, hatte beispielsweise VW-Chef Matthias Müller einer eigenen Batteriefabrik im Sommer eine entschiedene Absage erteilt.

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