FCA-Angebot: Renault tagt, die Presse giftet

Öffentlichkeit sieht möglichen Deal kritisch

| Autor: dpa

Renault könnte mit Fiat Chrysler einen Auto-Riesen bilden.
Renault könnte mit Fiat Chrysler einen Auto-Riesen bilden. (Bild: Renault)

Der Renault-Verwaltungsrat will an diesem Dienstag (4.6.) erneut über die Fusionsofferte von Fiat Chrysler (FCA) beraten. Das bestätigte der Hersteller am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris auf Anfrage.

Fiat Chrysler hatte zu Wochenbeginn sein Ansinnen mitgeteilt, mit Renault zu fusionieren und zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufzusteigen. Der neue Gigant würde die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern. Am Dienstag könnte die Entscheidung fallen, förmliche Gespräche aufzunehmen, hieß es nun in Frankreich.

Presse: Renault will FCA-Angebot nächste Woche annehmen

Presse: Renault will FCA-Angebot nächste Woche annehmen

29.05.19 - Die Fusion zwischen Renault und Fiat Chrysler steht offenbar unmittelbar bevor. Bereits nächste Woche soll es einem Pressebericht zufolge so weit sein. Auch der Chef des neuen Auto-Riesen steht demnach bereits fest. lesen

Renault hatte unmittelbar nach Veröffentlichung der Offerte des italienisch-amerikanischen Konzerns mit Interesse reagiert. Auch der französische Staat, der 15 Prozent an Renault hält, reagierte positiv.

Heftige Kritik aus der Presse

In der Öffentlichkeit gibt es jedoch Vorbehalte gegen den möglichen Milliardendeal. Die angesehene Tageszeitung „Le Monde“ kritisierte, die Beteiligung von rund 43 Prozent an dem japanischen Renault-Partner Nissan werde mit „quasi Null“ bewertet. „FCA übernimmt die Kontrolle des Japaners (Nissan) für einen Teller Linsen“, schrieb das Blatt.

Fiat Chrysler hatte vorgeschlagen, dass beide Unternehmensgruppen – also Renault und FCA – je die Hälfte an der neuen Gesellschaft halten. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Zusammen würden sie auf einen Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen im Jahr kommen.

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