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FCA-Angebot: Renault tagt, die Presse giftet

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Am Dienstag will der Renault-Verwaltungsrat erneut über das Fusionsangebot von Fiat Chrysler beraten. Zuletzt deutete vieles darauf hin, dass der Deal zustande kommen könnte. In Frankreich gefällt das aber längst nicht jedem.

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Renault könnte mit Fiat Chrysler einen Auto-Riesen bilden.
Renault könnte mit Fiat Chrysler einen Auto-Riesen bilden.
(Bild: Renault)

Der Renault-Verwaltungsrat will an diesem Dienstag (4.6.) erneut über die Fusionsofferte von Fiat Chrysler (FCA) beraten. Das bestätigte der Hersteller am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris auf Anfrage.

Fiat Chrysler hatte zu Wochenbeginn sein Ansinnen mitgeteilt, mit Renault zu fusionieren und zum weltweit drittgrößten Autohersteller aufzusteigen. Der neue Gigant würde die Marktführer Volkswagen und Toyota herausfordern. Am Dienstag könnte die Entscheidung fallen, förmliche Gespräche aufzunehmen, hieß es nun in Frankreich.

Renault hatte unmittelbar nach Veröffentlichung der Offerte des italienisch-amerikanischen Konzerns mit Interesse reagiert. Auch der französische Staat, der 15 Prozent an Renault hält, reagierte positiv.

Heftige Kritik aus der Presse

In der Öffentlichkeit gibt es jedoch Vorbehalte gegen den möglichen Milliardendeal. Die angesehene Tageszeitung „Le Monde“ kritisierte, die Beteiligung von rund 43 Prozent an dem japanischen Renault-Partner Nissan werde mit „quasi Null“ bewertet. „FCA übernimmt die Kontrolle des Japaners (Nissan) für einen Teller Linsen“, schrieb das Blatt.

Fiat Chrysler hatte vorgeschlagen, dass beide Unternehmensgruppen – also Renault und FCA – je die Hälfte an der neuen Gesellschaft halten. Durch die Fusion erhoffen sich die Konzerne jährliche Einsparungen von fünf Milliarden Euro. Zusammen würden sie auf einen Absatz von 8,7 Millionen Fahrzeugen im Jahr kommen.

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