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FCA Deutschland: „Wir können noch nicht zufrieden sein“

| Autor: Christoph Seyerlein

Im Mai hat FCA Deutschland hierzulande mit seinen Marken Marktanteile gewonnen. Teilweise sei das Ergebnis gar eine „große historische Leistung“ gewesen, sagte Importeurschefin Maria Grazia Davino in einer Videobotschaft an den Handel. Doch nun warten bereits die nächsten Herausforderungen.

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„Meine Hoffnung ist: Kunden werden sich mehr für kleinere Fahrzeuge interessieren“, sagt Maria Grazia Davino.
„Meine Hoffnung ist: Kunden werden sich mehr für kleinere Fahrzeuge interessieren“, sagt Maria Grazia Davino.
(Bild: Alex Lambrechts)

Wie in den vergangenen Monaten auch hat FCA-Deutschlandchefin Maria Grazia Davino den Handel in einer Videobotschaft auf die kommenden Herausforderungen eingestimmt. Dabei bedankte sich die Managerin für die Leistungen im Mai. „Für mich ist keine Woche, kein Monat, kein Tag selbstverständlich“, sagte sie. Das gelte vor allem auch für Mitarbeiter in den Werkstätten, die ohne Pause im Einsatz gewesen seien.

Mit insgesamt 5,7 Prozent Marktanteil habe man den besten Monat seit der Abwrackprämie 2009 hinter sich. Gerade das Ergebnis bei Fiat Professional sei eine „große historische Leistung“ gewesen, so Davino.

Dennoch sagte die Importeurschefin auch: „Wir können noch nicht zufrieden sein.“ Im Juni erwarte sie noch mehr als sonst von den Händlern. Sie wolle das zweite Quartal unbedingt erfolgreich abschließen. Bislang liege man dabei auf Plan, aber der aktuelle Monat werde noch komplexer als die vergangenen.

Beispielsweise habe man noch keine genauen Informationen, wann die FCA-Werke wieder unter Volllast produzieren werden. „Wie kann man so arbeiten? Das ist eine große Herausforderung.“ Entsprechende Kritik aus dem Handel habe sie wahrgenommen und darauf reagiert.

„Ich möchte euch entgegenkommen. Ich stehe in der ersten Linie“, so Davino. Man habe den Hersteller regelrecht „genervt“, um an Kontingente für den deutschen Markt zu kommen. Mit einer weitgehend vollständig wieder hochgefahrenen Produktion rechnet FCA Deutschland nun im Juli.

Unzufriedenheit mit dem Konjunkturpaket

Wenig zufrieden zeigte sich Davino mit dem von der Bundesregierung beschlossenen Konjunkturpaket. Zwar wisse man nun in etwa, womit man planen könne. Die hohe Zahl an Menschen in Kurzarbeit und die steigende Arbeitslosigkeit hierzulande werden sich aber wohl weiter in Kaufzurückhaltung bemerkbar machen, befürchtet die Importeurschefin. Davino äußerte Zweifel daran, ob die angekündigte Mehrwertsteuersenkung das entscheidend verändern könnte.

Auch wenn das „Abenteuer Verkauf“ aktuell besonders herausfordernd sei, forderte Maria Grazia Davino die Partner auf, die Situation bestmöglich anzunehmen. Fiat wolle sich nicht unter einen Preisdruck setzen lassen. Das könne gelingen, wenn man die Kunden professionell berate. „Bitte agieren Sie weiter aktiv und clever und sorgen Sie für gute Stimmung bei den Kunden.“ Auch der Importeur will dazu beitragen: Eine eigentlich vorgesehene Preiserhöhung für Pkw-Modelle wird es vorerst aufgrund der Entscheidung der Politik nicht geben. Bei Fiat Professional werde eine solche Maßnahme allerdings im Juli kommen.

„Bestellt Fiat 500 und Panda!“

Im Juni erwartet Davino nun vor allem drei Dinge von den deutschen FCA-Händlern:

  • Die Umsetzung des Sell-In-Plans für den Jeep Grand Cherokee
  • Das Erreichen der selbstgesteckten Ziele beim Marktanteil. Davino dazu: „Das bedeutet für euch Händler: Macht eure Ziele!“
  • Händlerbestellungen im A-Segment, auch aus anderen Märkten

Gerade dem letzten Punkt verlieh Davino mit mehreren Aussagen Nachdruck. „Meine Hoffnung ist: Kunden werden sich mehr für kleinere Fahrzeuge interessieren.“ Deswegen forderte sie den Handel auf. „Bestellt Fiat 500 und Panda! Wir werden diese Autos brauchen.“ Nur wenn der Handel bestelle, habe FCA Deutschland Chancen, Ware zu bekommen. Wenn ein Kunde nach der Lieferzeit für einen Fiat 500 oder Panda frage, sollten die Partner diese mit maximal eineinhalb Monaten angeben, so Davino. „Geben Sie mir die Bestellnummer und ich kümmere mich darum“, sagte die Managerin. „Ich treffe diese Aussage, wofür mich meine Mitarbeiter vielleicht hassen werden. Aber mir ist das egal.“

Media-Markt-Aktion von König „notwendig“

Zu sprechen kam Davino auch auf die jüngste Vertriebsaktion des Autohauses Gotthard König mit Media Markt. Man wisse, dass es dazu kontroverse Diskussionen gebe. Der Händler habe den Importeur aber im Vorfeld informiert. Davino beurteilte die Aktion als „für den Händler in dieser Zeit notwendig“. Es sein ein eigener „Restart-Plan“ des Partners. Generell werde sie Händler „nie aufhalten“, wenn diese mit guten Ideen auf sie zukämen. Wer allerdings nicht im Einklang mit den vereinbarten Zielen handele, mache sich keine Freunde.

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