Suchen

FCA droht wegen Marchionne-Tod juristischer Ärger

| Autor: Christoph Seyerlein

Laut dem Schweizer Magazin Bilanz ist Sergio Marchionne an Lungenkrebs gestorben. Der Manager soll seine Krankheit bis zuletzt verheimlicht haben. Das bringt FCA in eine unbequeme Lage: Anleger fordern Aufklärung, die italienische Börsenaufsicht ermittelt.

Firma zum Thema

Sergio Marchionne
Sergio Marchionne
(Bild: 22/03/2018 Visita à planta industrial da Fiat Chrysler Automobiles - FCA / 22/03/2018 Visita à planta industrial da Fiat Chrysler Automobiles - FCA / Michel Temer / CC BY-SA 2.0 / BY-SA 2.0)

Im Juli war Sergio Marchionne für viele überraschend gestorben. Laut der offiziellen Version hatte es bei einer Schulteroperation in einer Klinik in Zürich Komplikationen gegeben. Laut dem Schweizer Magazin „Bilanz“ hatte der Tod des Fiat-Chrysler-Chefs aber andere Gründe. Dem Wirtschaftsblatt zufolge erlag Marchionne einem Lungenkrebs-Leiden. Eine Quelle nennt Bilanz allerdings nicht.

Wirklich brisant wird die Geschichte aber vor allem deshalb, weil der Manager dem Konzern seine Krankheit über ein Jahr lang verheimlicht haben soll. Gerüchte über ein solches Vertuschen von Seiten Marchionnes hatte es zuletzt schon häufiger gegeben. Nun schreibt Bilanz, dass sich Marchionne seit Juni 2017 regelmäßig im Züricher Universitätsklinikum behandeln lassen habe, das Krankenhaus zuvor aber schriftlich versichert hatte, niemanden darüber zu informieren. Laut dem Bericht wussten mehr als 100 Mitarbeiter der Klinik von der Behandlung des prominenten Patienten, hielten aber dicht.

Marchionne soll damals auch abrupt mit dem Rauchen aufgehört haben, nachdem er zuvor bis zu drei Schachteln am Tag geraucht haben soll. Laut Bilanz wurde der Konzernlenker im Zuge der einjährigen Behandlung sogar immer wieder operiert, habe aber stets darauf bestanden, die Klinik schnell wieder verlassen zu können.

Jene Version bringt Fiat Chrysler in eine unbequeme Lage. Der Erfolg des Konzerns war fest mit Marchionne verbunden, der den taumelnden Autobauer in seiner Zeit als Lenker deutlich nach vorne brachte. Der Wert von FCA verzehnfachte sich unter Marchionnes Ägide beinahe. Als der Autohersteller am 25. Juli den Tod des Managers bekannt gab, sackte die Aktie um 16 Prozent ab.

Marchionnes angebliche Heimlichtuerei ruft nun Aktionäre auf den Plan. So hat der US-Anleger Schultze Asset Management bereits eine detaillierte Aufklärung eingefordert und mit rechtlichen Schritten gedroht. Sollte Marchionnes Tod absehbar gewesen sein, hätten die Investoren frühzeitig darüber informiert werden müssen. Dass das Thema keine Lappalie ist, zeigt sich auch daran, dass die italienische Börsenaufsicht eine Untersuchung eingeleitet hat.

(ID:45476470)

Über den Autor