Fehlendes Software-Update: VW stoppt Produktion wichtiger Diesel-Modelle

Autor / Redakteur: dpa / Jakob Schreiner

Aufgrund einer möglichen Fehlanzeige der Motorkontrollleuchte nimmt VW vorübergehend bestimmte Passat- und Arteon-Modelle aus dem Programm. Ein benötigtes Software-Update steht erst zum Jahresende bereit. Weitere Probleme bei der Produktion drohen ab August.

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Für den 2.0-TDI-Motor fehlt ein Software-Update, dass vermutlich erst im vierten Quartal des Jahres zur Verfügung steht.
Für den 2.0-TDI-Motor fehlt ein Software-Update, dass vermutlich erst im vierten Quartal des Jahres zur Verfügung steht.
(Bild: VW)

Volkswagen hat einen vorübergehenden Fertigungsstopp für wichtige Diesel-Modelle verhängt und will eine Fehlanzeige der Motorkontrollleuchte beheben. Wie der Konzern am Samstag bestätigte, muss ein Software-Update für den vielfach verbauten 2.0-TDI-Motor entwickelt werden. Für betroffene Modelle vom Typ Passat mit Frontantrieb und 7-Gang-DSG sowie das damit ausgerüstete Modell Arteon sei die Produktion bis zur „Bereitstellung einer Abstellmaßnahme“ vorübergehend ausgesetzt worden. Zuvor hatte die „Automobilwoche“ darüber berichtet.

Nach VW-Angaben kann es bei Modellen, die mit 2,0-Liter-TDI-EU6-Motor mit 140 kW und DSG-Getriebe ausgestattet sind, vorkommen, „dass über die gelbe Motorkontrollleuchte auf ein Problem mit dem Abgasnachbehandlungssystem hingewiesen wird, obwohl tatsächlich kein derartiges Problem besteht“. Kunden sollten dennoch jede Aktivierung der gelben Motorkontrollleuchte ernst nehmen und eine Vertragswerkstatt aufsuchen, um den angezeigten Fehler analysieren zu lassen, hieß es in Wolfsburg.

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Um für bereits ausgelieferte Fahrzeuge schnellstmöglich ein Software-Update anbieten zu können und um die Auslieferung betroffener Neufahrzeuge so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können, werde an einer Abstellmaßnahme gearbeitet. „Nach heutiger Einschätzung werde diese im vierten Quartal 2018 zur Verfügung stehen“, hieß es.

WLTP-Umstellung sorgt für weitere Engpässe

Weitere Probleme bei der Produktion soll VW durch die Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP bekommen. Ab August rechnet die Volkswagen-Kernmarke mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeiter-Magazin „Inside“, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September für sämtliche Neuwagen bindend, von September 2019 an werden zudem realitätsnahe Straßen-Abgastests Pflicht.

„Mit Hochdruck“ werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, betonte der Manager. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

Beim neuen Prüfzyklus WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen. Das Prüfverfahren ist jedoch aufwendig – Autobauer könnten also gezwungen sein, einen Teil ihrer normalen Abläufe umzuplanen. Der neue Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte schon auf der Hauptversammlung Anfang Mai vor Lieferengpässen gewarnt.

Derzeit ist laut Rosik ein Produktionsprogramm in Arbeit, „mit dem wir die Phase optimal meistern“. Voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni werde mit dem Betriebsrat die Umsetzung besprochen. Sobald es Entscheidungen gebe, solle die Belegschaft informiert werden.

Die Mitarbeiter an den Prüfständen arbeiteten im Drei-Schicht-Betrieb, damit bis September so viele Fahrzeuge wie möglich nach WLTP zertifiziert seien, erklärte Rosik. Dennoch werde wohl nicht jede Variante rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Rosiks Angaben in „Inside“ zufolge gibt es am Standort Wolfsburg den „größten Optimierungsbedarf“. In Zwickau, wo künftig die vollelektrische ID-Modellfamilie gebaut werden soll, seien die Auswirkungen voraussichtlich geringer. In Emden spiele eher der Modellwechsel beim Passat eine Rolle.

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