Fiat Professional: „Erdgas wird unterbewertet“

Autor: Stephan Richter

Fiat Professional wird 2012 in Deutschland 37.000 leichte Transporter verkaufen. Für seine Partner hat der Importeur zum Jahresende noch Vertriebsaktionen in petto.

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Kaare Neergaard: „Wir sind immer offen für neue Vertragspartner.“
Kaare Neergaard: „Wir sind immer offen für neue Vertragspartner.“
(Foto: Richter)

Fiat Professional justiert seine Modellpalette nach: Auf der IAA zeigte der Importeur neben dem neuen Fiat Strada auch den Fiat Doblò Cargo Maxi XL. Diese Variante soll die bisherige Lücke zwischen dem regulären Doblò und dem Scudo schließen. Der Transporter verfügt mit umgeklapptem Beifahrersitz jetzt über ein Ladevolumen von 5,4m3.

Mit Fahrzeugen wie diesen im Gepäck erwartet Kaare Neergaard, Brand Country Manager für Fiat Professional, für 2013 keinen nennenswerten Absatzrückgang: „Wir werden 2012 mit zirka 37.000 Einheiten auf Vorjahresniveau abschließen. Zwar verzeichnet der Markt im September einen Rückgang von minus 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wir geben unseren Händlern aber im letzten Quartal des Jahres noch Aktionen an die Hand, durch die sie den Verkauf ankurbeln können“, erklärte Neergaard im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« während der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.

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So können Kunden bis zum 30. November beim Kauf eines Fiat Ducato bis zu 2.000 Euro durch werksseitige Zusatzleistungen einsparen. Zudem sind die „Easy“-Modelle weiter im Angebot: Dabei kann ein Fiat Ducato Easy entweder bereits für 149 Euro monatliche Rate geleast oder zu einem Preis ab 14.990 Euro gekauft werden. Ebenso sind die Versionen Fiat Doblò Cargo Easy (ab 9.990 Euro) und Fiat Fiorino Easy (ab 7.490 Euro) verfügbar.

Fiat setzt weiterhin auf Erdgas

Nach wie vor hält der Hersteller bei seiner Motorenentwicklung am Thema Erdgas fest: „In Italien verkaufen wir ein Viertel aller Doblò Cargo mit Erdgas-Antrieb. Beim Fiorino sind es zwanzig Prozent, beim Ducato noch fünf Prozent“, erklärte Neergaard. Zwar gäbe es in Deutschland mit 1.000 Erdgastankstellen eine stattliche Infrastruktur, nur befänden sich Neergaard zufolge viele der Zapfsäulen auf Betriebshöfen, die nicht für jeden Fahrer zugänglich sind: „Dieser Umstand hemmt die Faszination in Deutschland für diese Fahrzeuge. Mittlerweile werden Erdgasfahrzeuge deutlich unterbewertet.“ Da Fiat seine Fahrzeuge aber für den Gasbetrieb entwickelt und kein bestehendes Modell umgerüstet habe, sieht Neergaard den Importeur in diesem Segment gut positioniert.

E-Fahrzeuge ohne kommerziellen Erfolg

Bezüglich vollelektrischer Modelle halten sich die Italiener noch etwas bedeckt: „Der Markt wird bedeutender. Wir haben das Know-how im Haus, um diese Technik umzusetzen, glauben aber noch nicht an den kommerziellen Erfolg“, erklärte Neergaard. Ihm zufolge sind die Betriebskosten für E-Fahrzeuge bisher noch zu hoch. „Der extern von Microvett zum Elektrofahrzeug umgebaute Fiat Fiorino beispielsweise verkaufte sich bislang lediglich rund 500 Mal.“

Interessierte Partner können sich bewerben

Aktuell summiert sich das Service- und Vertriebsnetz des Importeurs deutschlandweit auf 750 Standorte. Zwanzig bis dreißig offene Punkte sieht Neergaard noch: „Wir sind immer offen für neue Partner. Interessierte Autohäuser können uns gerne ansprechen.“

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