Firmenflotten sollen günstiger, aber nicht kleiner werden

Autor: Andreas Grimm

Angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen stehen viele Firmen auf der Kostenbremse. Ein großer Kostenblock ist der Fuhrpark. Ein Teil der Firmen will die Ausgaben dafür auf den Prüfstand stellen.

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Viele Neuwagen werden von Firmen geordert. Künftig könnten es ein paar Einheiten weniger sein, vor allem aber sollen die Kosten sinken.
Viele Neuwagen werden von Firmen geordert. Künftig könnten es ein paar Einheiten weniger sein, vor allem aber sollen die Kosten sinken.
(Bild: Skoda)

Der deutsche Flottenmarkt hat sich nach Angaben der Marktbeobachter von Dataforce nach dem Corona-Schock wieder erholt. Aus einer Studie, für die Ende Juli bis Anfang August 522 Fuhrparkleiter in Deutschland befragt wurden, geht hervor, dass die Neuwagen-Beschaffung für die Dienstwagenflotten in den meisten Unternehmen wieder angelaufen ist.

89 Prozent der Studienteilnehmer hatten angegeben, dass sie für ihre Unternehmen wieder oder weiterhin Fahrzeuge ordern und die Fahrzeugflotten modernisieren. Im April hatte dieser Wert zwischen 55 und 65 Prozent geschwankt.

Hinsichtlich des Neuwagenabsatzes dürfte die aktuelle und künftige Zurückhaltung der Fuhrpark-Verantwortlichen allerdings keine allzu großen Löcher in den Bestellbüchern hinterlassen. Dass die Zahl der Fahrzeuge in den Flotten schrumpfen wird, erwarten die wenigsten Manager (2 %). Im April hatte immerhin noch jeder Sechste diese Sorge. Unter dem Strich ist davon auszugehen, dass die meisten Ersatzkäufe zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Im Zuge der Entspannung hat der allgemeine Kostendruck nachgelassen. Die Kosten der Fuhrparks dauerhaft senken wollen derzeit nur noch etwa 16 Prozent der Manager. Auffällig ist dabei, dass vor allem viele größere Flottenbetreiber hier weiterhin Einschnitte planen. Immerhin: Im April trug sich noch jeder zweite Fuhrpark-Verantwortliche mit dem Gedanken deutlicher Kostensenkungen. Mittel der Wahl zur Kostensenkung sind dabei eine längere Haltedauer für die Fahrzeuge, geringere Fahrleistungen und auch der Umstieg auf ein preiswerteres Fabrikat oder eine günstigere Ausstattung.

Vor diesem Hintergrund wird das Gesamtvolumen des Flottenmarkts in diesem Jahr klar rückläufig sein. Auch mittelfristig wird der Absatzrekord im gewerblichen Vertriebskanal von 938.000 Neuzulassungen im Jahr 2019 von längerer Dauer sein. Auch die durchschnittlichen Ausgaben pro Fahrzeug werden sinken, erwartet Dataforce. Der Kostendruck dürfte vor allem das Segment der E-Fahrzeuge begünstigen, da trotz höherer Anschaffungspreise die Gesamtkostenrechnung (TCO) oft günstiger ausfällt.

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Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«